Social-Media-Bridges: Schnittstellen zwischen Barcamp und Educamp?

Auf dem Barcamp Stuttgart organisiert von @jantheofel hatte ich den Beschluß gefasst auch am Hamburger Barcamp teilzunehmen. Dazu schrieb ich im Nachgang des #bcs5:

“Bisher hatte ich an verschiedenen EduCamps teilgenommen und deshalb gar nicht in Betracht gezogen auch noch ein Barcamp zu besuchen. Dass ich da priorisierte ohne Ahnung zu haben ist mir nun auch bewußt geworden.  Der Austausch zwischen den IT-lern der Barcamps und den überwiegend pädagogischen Volk auf einem EduCamp sollte unbedingt weiter ausgebaut werden!  Nerdig sind ja eh die meisten und webaffin auch, sie sprechen nur nicht immer die gleiche Sprache.”

Ich finde den Ansatz immer noch lohnenswert aber habe auch gelernt, dass die Mauern viel Höher sind als geahnt. Nicht zuletzt liegt das auch an meiner Person. Leider hatte mich ein Virus erwischt der mich die Woche und am Wochenende böse geschwächt hat. Meine Session zur Bildung im 21.Jhdt. war für mich sehr gewinnbringend, auch wenn den Teilgebern nicht ganz klar wurde, worauf ich hinauswollte. Wir sprechen eben doch unterschiedliche Sprachen – und ich lerne viel dazu. Die Ideen hinter der Session waren imho gut, die Umsetzung eher miserabel. Dennoch möchte ich den Teilgebern danken, die sich wirklich Mühe gegeben haben meinen Fragen zu folgen. Eine kurze knappe Präsentation Bildung im 21. Jhdt. – Social Media Bridges hatte ich am Freitag Abend noch zusammengebaut, denn alle Sessions die ich besucht hatte waren grob vororganisiert. (Irritierend, aber ich fügte mich.) Auch der Time-Slot von nur 30 Minuten war gewöhnungsbedürftig. Für die meisten Sessions hat das gereicht, aber so verzichtete ich darauf eine kurze Vorstellungsrunde anzuschieben, mein Fail. Es wäre nicht nur für mich sinnvoll gewesen zu wissen mit wem man gerade in einem Raum sitzt. (Notiz an mich, egal wie kurz der Slot ist: erstmal ankommen.)

Immer wieder kam die Frage auf, was wir eigentlich erreichen wollen, wo die Unterstützung gut ist und welches Interesse die Educamper verfolgen. Dass wir eigentlich alle im selben Boot sitzen und gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen ist nur ein kleiner Samen, den es zu hegen und zu pflegen gilt.

Fazit: die Educamper sind nicht ausreichend organisiert um gemeinsame Ideologien im Bereich Bildung zu verfolgen. Sie sind Lonesome-Cowboys in einem kranken System. Die Fragen der Barcamper in meiner Session waren berechtigt. Wo wollt ihr hin, wo braucht ihr von der Wirtschaft Unterstützung? Starke Kritik kam auch, dass die EduBlase so sehr unter sich ist, dass Menschen von “außen” nur schwer Zugang bekommen. Sind wir da einfach zu sehr schulterklopfend unterwegs? Ist das eigene Ego doch stärker als der gemeinsame Wunsch etwas zu bewegen? Gibt es diesen überhaupt, oder sind es nur einzelne “freie Radikale” die irgendwie noch Hoffnung haben?

Ich finde die Frage nach wie vor wichtig: “Was wird von Schulabgängern erwartet, was müssen sie können?” Und diese Frage lässt sich nur im gesellschaftlichen Miteinander erörtern. Treten wir in den Austausch und werkeln nicht nur im Kleinen herum. Wie das gehen kann? Vielleicht können wir auf dem Educamp 2013 in Hamburg gemeinsam aktiv werden, oder was meint ihr?

Nachdenkliche Grüße, melli

Educamper meets Barcamp Stuttgart

meets

“Faszinierend”, würde Mr. Spock sagen und die Augenbraue hochziehen. Da prallen Welten aufeinander, oder doch nicht?
Seit Wochen schon war klar ich würde mir das Barcamp Stuttgart (#bcs5) nicht entgehen lassen. Ein Paar Hürden waren noch obligatorisch, denn es gibt ja kein einfach:

1.  würde das Kinderfrei-Wochenende  auch durchgeführt werden können?  Davon gibt es nur 1-2 im Jahr und es hängt immer von vielen Faktoren ab.

2.  Die Reise musste finanziert werden und das bei den Vorraussetzungen:  ”Studienjahre sind keine Herrenjahre” sagt der Di-Mi-Do-Prof mit erhobenem Zeigefinger.

3. Die Arbeit: die Bildungsmesse für Weiterbildung  in HH am Freitag und der Studierendenausschuss der Firma mussten auf mich verzichten (wollen).

4. Und die Menschen die es dann abschließend ermöglichten: meine Kinder (9 und 7 Jahre), meine Freundin Heidi  die sie betreut hat,  @jantheofel  für Orga, Kost und Logis, @balu für den Hinweg  und Marina für den Rückweg. *verneig*

Soweit der Plan, nachdem die  kurze  Wackelphase als Hürdenlauf definiert ebenfalls ins Ziel hechelte konnte doch das Barcamp Stuttgart beginnen.

Dabei  erwähnen möchte ich die Vorabendparty im Lightwerk! Stilvolles Ambiente, harmonisch abgestimmtes Licht  mit einem strahlendem Team – da möchte man ein Teil von sein. Zu dem  Abend kommen dann noch beeindruckende Persönlichkeiten (an dieser Stelle keine Namen, damit euer Ego nicht zu stark in den Vordergrund gerät), wundervolles Essen von  esskultur und die barcamptypische offene Atmosphäre. Vielen Dank.

Bisher hatte ich an verschiedenen EduCamps teilgenommen und deshalb gar nicht in Betracht gezogen auch noch ein Barcamp zu besuchen. Dass ich

da priorisierte ohne Ahnung zu haben ist mir nun auch bewußt geworden.  Der Austausch zwischen den IT-lern der Barcamps und den überwiegend pädagogischen Volk auf einem EduCamp sollte unbedingt weiter ausgebaut werden!  Nerdig sind ja eh die meisten und webaffin auch, sie sprechen nur nicht immer die gleiche Sprache.

Und genau da könnten wir ansetzen. Ich habe am Wochenende einige (vor allem technische) Aspekte im Bereich Datenschutz/Sicherheit, Scanthe.net, Zertifikate, Google+, IBM-Connect, Monitoring (spannend!), Wexelwirken und vieles anderes  genauer betrachten können und bin schon traurig, dass man nicht immer an allen Sessions teilnehmen kann, die einen interessieren. Die Foyergespräche waren wie immer die Sahne die es abzuschöpfen galt, vertiefende Gespräche in kleineren Gruppen zu spezifischen Themen. Nach so einem Tag bin ich ganz schön geschafft aber zufrieden. Zum Wolfen hat es dann für mich nicht mehr gereicht, ich war zu müde. So ein Battle der Glaubwürdigkeit im wachen Zustand ist schon sexy. Dafür schien es für viele das erklärte Ziel zu sein @oliverg aus dem Rennen zu schmeißen und sich somit eine Trophäe um den Hals zu hängen. Die @zauberfrau wurde vorsorglich entfernt, sie war die 2 Runden vorher zu stark. Sehr faszinierend zu beobachten, welche zwischenmenschlichen Prozesse ein einfaches Spiel hervorrufen kann. Vor allem wenn die Teilnehmer den Kopf auf dem Hals benutzen können oder es zumindest versuchen zu später Stunde.

Was können EduCamper und Barcamper voneinander lernen und miteinander in Bewegung setzen?  Verzeiht mir meine Ideologie, aber Bildung geht uns alle an. Und wer sollte Sie verbessern, verändern, erweiter, vertiefen, erleben, ermöglichen, wenn nicht wir? Anders formuliert: ihr IT-ler habt die Lösungen, wir Pädagogen das Klientel von  Heute und Morgen. Arbeiten wir gemeinsam an den Aufgaben von Morgen! Um am Ende doch pathetisch zu sein: habt ihr euch die Kinder in der Kinderbetreuung vor Augen geführt?  Für jedes Einzelne lohnt es sich abseits von Profit und Gier Verknüpfungen zu spinnen zwischen den durchaus spleenigen It-lern und den Omg-Pädagogen. ;)

Last but not least möchte ich Jan für die gelungene Organisation danken , seine Energie und sein Idealismus machen das Barcamp Stuttgart vorrangig möglich. Außerdem ein großes Danke an die Sponsoren!

Kleines Feedback zum Rahmen:

1. Schmarotzertum ist unangebracht… wer immer als erstes am Buffet steht hat kein Interesse an den Themen? Nur mal so frag…

2. Die angemeldeten Teilnehmer die nicht erschienen sind, haben über Monate Plätze besetzt und sich trotz dreimaliger Erinnerung via Mail nicht dazu herablassen können den “nehme nicht teil”-Knopf zu drücken. #unnötig

3. Das Vinum-Catering zu teuer, zu unflexibel zu .. disqualified

4. Die Kinderbetreuuung ist topp, wenn im nächsten Jahr wieder so viele Kleine da sind, braucht es 2 BetreuerInnen. :)

5. Das Literaturhaus ist eine tolle Location, vielen Dank an die MFG.

Soweit mein erster Verarbeitungsschritt zu einem tollen Barcamp Stuttgart. Als nächstes geht es zum Educamp in Ilmenau (18-21.10) und zum Barcamp Hamburg (2.-3. 11)

In der Hoffnung, dass die Rückreise vom Educamp in Ilmenau nicht genauso lange dauert.  190 Minuten Verspätung war selbst für die Deutsche Bahn viel. Dafür aber Fahrpreisreduce und Taxi nach Hause.

Danke an alle Teilnehmer, Sponsoren, Freunde, Bekannte und neue Gesichter für ein schönes WE. Es war faszinierend die Menschen hinter den Nicks zu treffen, die man bald seit mehr als 4 Jahren in der Timeline hat.

Melli

Edu-Camps als Alternative?

Nach dem Educamp in Hamburg und den Nachbereitungen der Blogosphäre ist ein Tweet von Michael Wald @filterraum bei mir haften geblieben.

Sollte es ein neues Format geben, in dem sich eine Bottom-Up-Riege austauschen kann? @cspannagel formulierte das als “Arsch hoch!” – ich bin dafür.

Ich versuche jetzt mal die Komplexität zu reduzieren indem wir das Szenario verändern. Nehmen wir mal an, wir säßen in einem Tipi, der Raum ist demzufolge Rund, alle sitzen auf gleicher Höhe, Kerzenlicht bietet gerade soviel Licht um Mimik und Gestik zu erkennen, das Gesagte jedoch tritt in den Vordergrund. Bedeutungsschwangere Präsentationen werden von eigenen Statements abgelöst,wesentliche Aspekte erhalten den nötigen Raum. Was meint man mit “Bildung”? Sprechen wir vom gleichen? usw.

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus sind Themenlager höchst produktiv und lassen uns alle mal wieder den Boden spüren. Weniger die Karriere oder der Einzelne tritt in den Vordergrund, sondern mehr die Gemeinschaft die Antworten sucht und erarbeitet für ein evtl. besseres Bildungssystem? Die alten Paradigmen von innen heraus aufbrechen?

Mir ist bewußt, dass es paradox ist gerade eine Social-Web-Medien-Bildungscommunity (Strom, W-Lan, Twitter, PowerPoint etc.) auf ein Zeltlager zu schicken… aber vielleicht birgt gerade so ein Format die Möglichkeit für Konsensentwicklung, mannigfaltige Diskurse und neue Ideen für  eine Verbesserung von Lehre und Lernen im digitalen Zeitalter.

Warum komme ich zu diesen Überlegungen? aus vorangegangenen Educamps sind verschiedene Projekte hervorgegangen, die auf Grund von Netzwerken weit verbreitet werden konnten z.B.: Neuron, Md-C, Bildungsexpedition, WeBenin und einige mehr – Aufbruchstimmung versus Stagnation. Ich fühle mich einfach mit dem vorhandenen Format gelähmt, wie eine Punktlandung ohne nennenswerte Emergenzen.

In diesem Sinne,

Mel

Ps: nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Die Orga war Klasse, viele tolle Menschen, guter Austausch – für mich hat sich Hamburg gelohnt. Mir ist es einfach nicht zielgerichtet genug, wenn man bedenkt wieviele Ressourcen zur Verfügung stehen.

Open Space unterm Regenbogen

Die PH-Ludwigsburg ist seit dem Frühjahr 2009 auf dem Weg ein neues Leitbild zu erstellen. Den genauen Projektablaufplan könnte man hier abrufen. Unter vielen verschiedenen Menüpunkten wurde ein “Open Space”-Tag veranstaltet. Leider finde ich das Common-Craft-Video von Michael Krüger gerade nicht, welches erklärt, wie so ein Open-Space abläuft.

Ich hatte mich sowohl bei der Auftaktveranstaltung als auch in der Onlinediskussion schon beteiligt. Privat bin ich selbst gern auf Open-Space-Veranstaltungen unterwegs, weil dort für mich sehr viel Potenzial umher geistert. Alles in allem war der Tag wohl gelungen und es gäbe nichts hinzuzufügen… wenn uns da nicht ein Appel für ein Ei verkauft worden wäre.

Was ist Open Space?

Da die Moderatoren selbst die Definitionen der Wikipedia genutzt haben, werde ich gleiches tun.

Open Space (englisch für „geöffneter, offener oder auch weiter Raum“) oder Open Space Technology ist eine Methode zur Strukturierung von Besprechungen und Konferenzen. Sie eignet sich für Gruppen von etwa 12 bis 2000 Teilnehmern. Charakteristisch ist die inhaltliche und formale Offenheit: die Teilnehmer geben eigene Themen ins Plenum und gestalten dazu je eine Arbeitsgruppe. In dieser werden mögliche Projekte erarbeitet. Die Ergebnisse werden am Schluss gesammelt. Wichtig ist, wenn der Open Space in geschlossenen Organisationen stattfindet, dass eine die Umsetzung von entstehenden Projektideen fördernde Infrastruktur bereitgestellt wird, denn Open Space kann in kurzer Zeit eine große Vielfalt von konkreten Maßnahmen produzieren.” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space)

Nach einer langen Einführung der Gesetzmäßigkeiten, wie die Veranstaltung verlaufen sollte, begannen die Vorstellungen der einzelnen Themen. Hier ein großes Lob an Michael Krüger, der die räumliche Einteilung und vieles, vieles mehr auf die Beine gestellt hat.

Was mich aber zu diesem Eintrag bewegt ist die Art und Weise wie für die Sicherheit der Workshop-Angebote gesorgt wurde. Die Institute waren angehalten Themen zu stellen. Vereinzelte Dozenten überlegten am Tag vorher noch, welches Thema sie wohl pflichtbewußt diskutieren lassen sollten. In meinen Augen das typische Sicherheitsdenken, welches der Qualität so einer Veranstaltung maßgeblich nachteilig ist. Denn im Grunde ist die gesamte Orga der Raumverteilungen und Themenstellung in die Produktionszeit gefallen – die eh schon feststanden. Open Space soll motivieren, Gleichgesinnte zusammenbringen, neue Ideen pflanzen und für den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen einer Organisation sorgen. Dafür müssen die Themensteller aber schon mit Herzblut ihr Thema begleiten – Pflichten sind in diesem Kontext  ein No-Go. Hinzu kommen Profilierungen um sich abzuheben von anderen Instituten. “Wir vom Institut XY haben …”. Ein Open-Space ist dafür da, Grenzen zu übertreten, über den Tellerrand hinweg zu sehen, gemeinschaftlich kontrovers zu diskutieren, nicht um einzelne glänzen zu lassen.

Aufgrund dieser Tatsachen frage ich mich, ob die Firma Vis!on Bonn selbst einmal die Dynamik erlebt hat, die ein Open-Space mit sich bringen kann? Nichts für Ungut, es geht hier nicht um persönliches, sondern dient einzig und allein als Feedback zur Umsetzung von Open-Space. Ein anderer Mensch mag dieses anders sehen. Ich bin ein Neuron und  halte es wie Prof. Jean-Pol Martin, der den Mensch als Ressource ansieht der sich selbst nicht so wichtig nimmt und dabei Gedanken abfeuert.  Wer weiß, bei wem sie landen?

Ein zweiter Faux-Pas ist im Umgang mit den neuen Medien passiert. Wenn ich eine Innovation einsetze, dann nicht um der Innovation willen, sondern wegen des Mehrwerts. Die Veranstaltung wurde mit Twitter “begleitet”. Twitter ist ein Echtzeit-Sprachrohr, welches zum Einen dafür genutzt werden kann, Menschen von außen mit einzubeziehen und zum Anderen für eine Vernetzung der Teilnehmenden selbst. Thesen und Ergebnisse verschiedenster Workshops können gezwitschert werden. Kommentare der Antwortenden können wiederum in die aktuelle Diskussion einfließen etc. Es bedarf keiner weiteren Nachfrage, dass die Inhalte eines Tweets eben auch realistisch sind.

Erster Tweet: Start der 1. Workshop-Session! (von @change61 10:00 Uhr – so stand es wohl im Programm.)

Reply:  aber nur theoretisch, denn noch werden weitere Themen vorgestellt. (von @vrenchen 10:26 Uhr)

Reply: start der Session? ein Bot der Dokumentiert ist Kajütenliteratur :( #phl09 immernoch Vorstellungen der Themen (von @melgottschalk 10:26 Uhr)

Die Twitterwall tat ihr übriges, fünf oder sechs Tweets waren sichtbar.  In verschiedenen Räumen waren Rechner die für Twitter genutzt werden konnten. Nachteil dabei: alle twitterten über den selben Account. Auf Reply brauchte man in diesem Kontext auch nicht gehen. Produktiven Diskursen wurde damit der Raum genommen.

Und auch hier wieder die Frage an @change61, wofür wurde Twitter eingesetzt? Welche Ziele wurden damit verfolgt? Wurde der größtmögliche Nutzen daraus gezogen?

Meine Vorschläge für das nächste Mal:

Keine Pflichten anknüpfen an Open-Space! Evtl. ist das Angebot dann nicht so breit gefächert, aber die Ausbeute ist intrinsisch motivierter und führt zu mehr Qualität.

Werkzeuge des Web 2.0 nur einsetzen, wenn es einen Nutzen hat. Nicht das Werkzeug ist Aushängeschild einer guten Veranstaltung, sondern die Inhalte, die es transportiert.

Keinen Bot einsetzen für ein Echtzeittool, das schädigt die Glaubwürdigkeit.

Fazit:

Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil mehrfach die Nachfrage kam, warum ich und einige andere mit der Veranstaltung nicht ganz zufrieden waren. Hier nun mein subjektives Bild, welches natürlich auch im Austausch mit anderen Studierenden entstanden ist. Die Entwicklung des Leitbildprozesses kostet extrem viel Geld, dafür erwarte ich einfach Qualität und keine Kopien. Eventuell sind meine Erwartungen zu hoch. Eventuell gehöre ich nur einen ganz kleinen Gruppe an, die es anders sieht. Aber dafür nutze ich eben meinen Blog. Bitte fühlt euch frei, auf diesen Beitrag zu antworten. Fühlt euch frei Gegenteiliges zu sagen. Geht mit mir in einen Diskurs… hier geht es in keinster Weise darum den Veranstaltern etwas nachzusagen, sondern darum Open-Space und Twitter nicht misszuverstehen. Die Assoziation zum Bild der PH mit dem Regenbogen überlasse ich gediegen euch. ;)

In diesem Sinne, Mel

Mediendidaktik Deutsch – Web 2.0 unter realen Bedingungen!

In meinem Seminar mit Michael Gans zum Thema Mediendidaktik Deutsch versuchen wir zu ergründen wo die Web 2.0 Anwendungen bei klassischen Lehrbuchthemen einen Mehrwert bieten.

Welche Werkzeuge bieten im Fach Deutsch einen Mehrwert zu welchem Thema?

Bis nächste Woche sammeln die Teilnehmer Themen aus gängigen Deutschschulbüchern und wir diskutieren dann gemeinsam wo uns “Lehren und Lernen 2.0″ helfen kann. Ein schöner Ansatz der praktisch und exemplarisch in die Tiefe geht. Interessant ist dabei, dass die Teilnehmer erst selbst die Tools kennenlernen müssen. Also ein Setting der den normalen realen Bedingungen entspricht. Natürlich wäre das nicht ganzheitlich, wenn es dazu nicht auch eine Lerncommunity geben würde.

Dort dokumentieren die verschiedenen Gruppen auch ihre Projekte im Wiki ab nächster Woche. Letzte Woche haben wir die Community eingeführt und zu einer Kurzgeschichte Blogeinträge geschrieben und kommentiert. Im Prozess selbst haben die Studierenden selbst erfahren, wie es ist, wenn die Gedanken zu der Geschichte von allen Teilnehmern dem Kurs zur Verfügung stehen.

Meine Motivation dabei ist selbst Erfahrungen zu sammeln mit der Form der Lern-Community. Welche Aspekte muss ich dabei beachten, wie kann ich die Teilnehmer zur gemeinsamen Wissenskonstruktion animieren. Welche Inhalte haben die Chance eine große Resonanz zu erhalten?

Meine eigenen Erkenntnisse mit der Maschendraht-Community als Community of Practice (CoP) ist das ein weiteres spannendes Unterfangen!

Stay tuned!

Viele Grüße, Mel

Kompetentes Nicht-Wissen: innovative Lernsysteme

Veränderung der Strukturen und Rahmenbedingungen im Bildungsbereich erforderlich!

Mit dieser Forderung gehe ich konform. Nur wie sollen die Lernsysteme gestaltet sein? Wie lassen sich die Erkenntnisse aus der Theorie übertragen in die Schulen von Heute?

Aktuell lese ich ein Fachbuch zu diesem Thema welches sich bewusst mit der betrieblichen Weiterbildung beschäftigt. Ich nehme ein Buch, das für die Wirtschaft geschrieben wurde um Parallelitäten und Dissonanzen festzustellen. Ich versuche den Blickwinkel auf die Schule zu übertragen. Vergleiche die Bedürfnisse und die institutionellen Bedingungen. Damit erreiche ich eine  Erkenntnisgewinnung aus einer etwas anders gelagerten Sparte die dennoch das gleiche Ziel haben: (lebenslanges) Lernen optimiert für unser Jahrhundert.  Eventuell kommen dadurch Ideen zustande, die sich wiederum auf meine eigene Lehre und auf das “Lehren und Lernen 2.0″ übertragen lassen…

Aktuell befinde ich mich im theoretischen Fundament des Buches, welches aber für mich die Grundlage darstellt, Argumentationen und fachlich richtige Erkenntnisse zu erwerben. Deshalb hier kleine erste Fundstücke und Aussagen aus der Wissenschaft.

Auszug aus “Innovative Lernsysteme – Kompetenzentwicklung mit Blended Learning und Social Software” von Annette W. Kuhlmann und Werner Sauter

“Den Kern der Kompetenzen bilden Werte.

Werte ermöglichen ein Handeln unter der daraus resultierenden Unsicherheit. Sie überbrücken oder ersetzen fehlendes Wissen.

Werte können nicht in Seminaren oder über Bücher erworben werden. Es ist vielmehr ein Prozess der sogenannten emotionalen Labilisierung erforderlich (Erpenbeck, J. und Sauter, W. 2007). Darunter versteht man das Erleben und Bewältigen von Dissonanzen, also innerer Widersprüche, weil die vorliegenden Erfahrungen und Informationen zur persönlichen Einstellung bzw. zu getroffenen Entscheidungen im Widerspruch stehen. Solche Prozesse können nur in der Realität, nicht aber in Übungen und Fallstudien erlebt werden. Dies hat weitgehende Konsequenzen für die Gestaltung der Lernprozesse in Kompetenzentwicklungssystemen.

Die Integration von realen Problemstellungen aus der Praxis oder in Projekten ist der Schlüssel zu Lernprozessen, die tatsächlich individuelle Kompetenzentwicklung ermöglichen. Solche Lernprozesse basieren auf dem Austausch des Erfahrungswissens in den Netzwerken der Lerner. Lernen wird damit zu einem Prozess der Netzwerkbildung (vgl. Siemens, G. 2006). Dafür sind veränderte Strukturen und Rahmbedingungen erforderlich.”

Ich bin gespannt, welche Antworten das Buch liefert. Bisher klingt es sehr vielversprechend. Es ist interessant für mich, dass ich trotz fehlendem Wissens (theoretisches Grundgerüst) zu den gleichen und ähnlichen Erkenntnissen gelangt bin und viel wichtiger, mein Handeln nach eigenen Werten, Normen und Regeln ausgerichtet habe. Dazu schreibt H. Haken (2004):

“Kompetenzen ermöglichen es uns, auch dann zu handeln, wenn wir nur unvollkommenes oder gar kein Wissen haben.” – Chapeau!

Lesende Grüße, Mel

Twitter – live in action in der Bildung

mdclogolink2

Gestern wurde ich über Twitter von Andreas Mertens gefragt, ob ich bei der heutigen “E-learning und E-Teaching”- Weiterbildung einen Gastvortrag in Darmstadt halten möchte. Kennengelernt hatten wir uns auf dem EduCamp in Ilmenau vor eineinhalb Wochen. Gesagt, getan – nach Baden Württemberg, Mecklenburg Vorpommern und Thüringen also heute nun in Hessen unterwegs. (Mel on tour)

Vielen Dank an Andreas und Tobias für die Möglichkeit die Maschendraht-Community und den LdL-Tag an der PH-Ludwigsburg zu positionieren! Und nicht zu vergessen: die Wertschätzung. Ihr seid ein tolles Team und ich freue mich, wenn wir wieder gemeinsam etwas auf die Beine stellen.:)

Natürlich blieben manche Fragen offen und wenn man bedenkt wieviel Web 2.0-Theorien umhergeistern muss es “Unwissenden” so vorkommen, als ob es ein Mysterium ist, das viel Zeit kostet. sl-talk1Diese Zeit möchte gerechtfertigt sein, also beschäftigen wir uns weiter mit der Frage: Wo ist der Mehrwert für die Lehre im Web 2.0?- und versuchen diese transparent zu beantworten. Dennoch bleibt eine Konstante in diesem Kontext, die durch nichts zu ersetzen ist. Die Erfahrung verknüpft mit Erfolgen in der Lehre oder wie es so schön heißt, an der Front.

Unter anderem kam die Frage auf, ob es irgendwo ein Unterrichtskonzept zum Thema: “Verhalten im Internet” gibt. Hierbei half uns wieder das Werkzeug Twitter:

twitter-unterricht

Mein Retweet damit die Frage an mehr Follower gehen konnte:

twitterretweet2

Und die Antwort an mich:

twitterantwort

Vielen Dank für die spontane Reaktion, Sigi! :) Du hast damit den gesamten Kurs beeindruckt und bewiesen, dass Twitter ein nützliches Tool für die produktive Vernetzung ist! :)

Wünsche dem “E-Learning-Kurs” in Darmstadt auch für Morgen einen Tag voller Impulse und Ideen.

Wer live dabei sein möchte verwendet einfach den  Hashtag: #ees02

Für mich war es jedenfalls ein gelungener Ausflug ins Hessische Bildungssystem, welches ich im November als Referentin (dank der Veranstaltung) wohl noch genauer betrachten werde. Freue mich darauf, denn die gemeinsame Wissenskonstruktion kennt keine Bundesland-Grenzen im “Lehren und Lernen 2.0″.

Viele Grüße, Mel

Auf der Überholspur: die Wahrnehmung des Gegenübers im Web 2.0

Die Geschwindigkeit im Web ist beachtlich, rasant und manchmal schwindel erregend. Aber sie spricht auch noch eine andere Sprache, eine die im Grunde selten bedacht wird und mehr den Turnus zwischen den Zeilen verrät.

Prinzipiell sehe ich mich als Abonnent von Jean-Pol Martins Gedanken, die er en Masse in seinem Blog publiziert. Immer wieder verleiten mich seine Statements zur Recherche und sind eine Erweiterung meines Gedankenguts. Häufig genug treten in mir Widersprüche zu seinem Argumentationsgang auf, da er sehr polarisierende Satzinhalte verwendet. Weder Polarisierung noch Radikalität sind für mich Lösungswege für eine bessere Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Dennoch produziert er wahre Diamanten die es aufzugreifen gilt. (Menschenbild, Neuronen, LdL, Emergenzen) Dies also nur als kurze Beschreibung um einen weiteren Verlauf besser einordnen zu können.

Heute fand für mich wieder ein faszinierendes Beispiel für die Interaktion im Web statt. Ich schrieb einen Comment in seinem Blog, es folgte ein  Austausch über Twitter,  Vertiefungen in den Kommentaren, die dann wieder zu Veränderungen und anderen Richtungen kollaborierten. Das Tempo ist rasant und wenn wir hier permanent von Öffnung von der Lehre sprechen, egal in welchem Kontext, geschieht eigentlich noch viel mehr. Die Öffnung der einzelnen Menschen, das Zusammenwachsen zu einer Gruppe, dessen Größe dynamisch variiert.

Warum ist es für mich so faszinierend? Nun, auch ich ertappe mich immer wieder, dass ich in alten Paradigmen denke. Wenn also ein Professor einen Beitrag in seinem Blog schreibt, habe ich verschiedene Möglichkeiten zu reagieren. Als Studentin zu kritisieren steht da bestimmt nicht an erster Stelle des gesunden Menschenverstandes. Auch wenn ich weit davon entfernt bin obrigkeitshörig zu sein und mir das immer wieder Steine in den Weg legt, finde ich es immer wieder erstaunlich, dass das was ich zu sagen pflege (zugegeben sehr viel ;) ) wider aller Strukturen auch erhört wird.

Ich kann im Grunde nur dazu ermuntern sich der alten, bald egoisitischen Muster zu entledigen, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und offen, sowie authentisch den Dialog zu den Menschen im Web zu suchen. Hier stört weder der Pickel im Gesicht noch der aktuelle Bildungsabschluß. Das Kratzen an der Oberfläche dient dem Mittel zum Zweck um dann in einen regen Austauch oder vertieften Aktionismus zu geraten.

Setzen wir also weiter die Energien aus dem Herzen frei, Vertrauen auf die eigenen Kompetenzen und die Qualitäten der Anderen und gehen so die Probleme unserer Welt an – im Kleinen, wie im Großen.

mel

Ps. Wie immer verzichte ich auf die wissenschaftlichen Analysen. Hier stehen lediglich meine Gedanken und meine Reflektionsprozesse.

EduCamp 2009 – Prozesse und Energien

Was erreicht ein EduCamp?

Für mich auch schon vor Ort eine Frage gewesen, die wir nicht angegangen sind. Könnten wir die Energien die vor allem Kognitiv die neuronalen Netze bis ans äußerste reizten, nicht auch verwenden um gemeinsame Ziele zu formulieren? Wäre nicht eine Bündelung der Ideen und Impulse ein guter Ratgeber für gemeinsame Aktivitäten? Deutschlandweite Experten und Interessierte waren an dem vergangenen Wochenende in tiefen Flurdialogen vereint. Inhaltliche Diskurse fanden sich zwischen guten Sessions und gutem Essen wieder. Jeder der Anwesenden hatte eigene gute Bereiche, die es zu beleuchten galt. Vielleicht bin ich da zu romantisch und realitätsfern, aber mir widerstrebt der Gedanke, dass nun jeder Teilnehmer zwar mit neuen Impressionen nach Hause geht, die im Kleinen eventuell umsetzt, aber die Kräfte nicht gebündelt werden.Die Frage ist also: was könnten wir gemeinsam erreichen? Was zeichnet uns aus?

Ich habe das Gefühl, dass wir Ressourcen verschenken. Was denkt ihr? Wie könnten wir die freigewordenen Energien bündeln und zu einem großen Ganzen aufleben lassen?

Viele Grüße, Melanie

EduCamp 2009 – Information Overload

educamp_logo_20091Am Wochenende fand das Educamp 2009 in Ilmenau statt. Auf die Frage hin, was ich alles mitgenommen habe herrscht aktuell erstmal ein großes Schweigen. Unmengen von Impulsen, Ideen, Informationen, Personen usw. befinden sich im Neuronen-Kauderwelsch und gehören geordnet.

Mein erstes Fazit:

1. Schade, dass es vorbei ist!

2. einen Tag länger und evtl. hätten wir gemeinsam ein Ziel formulieren können. Die Energien die frei wurden – auch aktiv zu nutzen, ein Aspekt der auf den nächsten Camps im Auge behalten werden könnte.

3. Meine Stimme ist weg! Grund: unglaublich viele inspirative Flurgespräche! Wer also glaubt die LiveStreams ersetzen ein Erscheinen auf dem nächsten EduCamp, der irrt sich gewaltig. Die Ideen entstehen beim Kaffee und abends beim Bier. ;)

4. Viele Sessions waren echte Highlights. Und die die ich nicht sehen konnte, kann ich mir, dank der medialen Begleitung von Lutz Berger, jetzt im Nachhinein anschauen.

5. “Der Link mit dem Zaunpfahl” findet ab sofort Platz in meinem Jargon!

6. VHS-Kurs beantragen: Mein Verstehens-Englisch reicht nicht zum Diskutier-Englisch! Schade!

7. Die Maschendraht-Community erfreut sich über neue Mitglieder und viel Publicity auf dem EduCamp. Monatelange Arbeit – bis hin zur Erntezeit! :)

8. Verbesserungsidee für EduCamps: Die Seminarräume sollten aus der Frontalsituation befreit werden. #unbedingt #Diskussionskultur

9. und last but not least: mein Zwerchfell geht jetzt in Kur! Jawoll!

An alle die mit dabei waren: vielen lieben Dank! Es war unfassbar und reich an allem!

Mel

Ps. für Alle die sich für mehr inhaltliche Auseinandersetzung interessieren, die müssen sich noch etwas Gedulden. Ich sortiere noch. :)