Ein LdL 2.0-Flow – und seine individuellen Folgen

Die Ereignisse der letzten Wochen wurden sehr schön zusammengefasst von Christian Spannagel. In seinem Blog findet man alle nötigen Links, die zeigen was sich entwickelt hat und man erhält eine Chronologie der Ereignisse. Deshalb gehe ich hier nicht weiter darauf ein, schaut einfach mal bei ihm vorbei, es lohnt sich! Vielmehr geht mir durch den Kopf, was die letzten 3 Wochen mit mir gemacht haben. Also die ganz unwissenschaftliche Seite unseres „Flows“.  —> das Ego!

Ausgehend von einem Zitat: „Sie leisten hier nicht das, was sie leisten könnten!“

Dieses Zitat stammt aus meinem 4. Semester an der Ph-Ludwigsburg. Grundlegend verstehe ich darunter ein Feedback. Und es ist ok. Denn ich kann dem nur zustimmen. Ich leiste in der PH genau das was ich muss und was ich als Prorität 2 in meinem Leben vertreten kann. An erster Stelle stehen meine Kinder (3 und 5 Jahre alt). Aus der Sicht von Eltern, Familien, Gesellschaft, Freunden etc. wird das als Vollwertig hingenommen. Aus der Sicht der PH? Nunja, da streiten sich verständlicherweise die Zielvorstellungen. Um an der PH vollwertig und dauerhaft sehr gute Leistungen zu bringen, bräuchte ich den Rücken frei. Ich habe gelernt, wie man an der PH sein Ziel erreicht und dennoch ganz und gar Mama ist. An dieser Stelle bitte nicht falsch verstehen, es ist kein Fishing-for-compliments, kein „Ach, ich hab´s ja so schwer-Getue“, keine Rechtfertigung. Lediglich eine Momentaufnahme über das Leben als alleineerziehende Mutter und Studentin. Ich könnte hunderte Beispiele anführen, wo sich diese beiden Komponenten richtig in die Wolle kriegen, aber so habe ich es gewollt und so werde ich es schaffen. Man wächst mit seinen Aufgaben…

Viel Spannender ist deshalb die Entwicklung der letzten 3 Wochen. Das Semester begann routinierter, ruhiger, langweiliger… und dann… die letzte Sitzung in der Woche. Donnerstag Abend. Die Kinder sind bei meiner Tagesmutter. Sie  ist ein Engel und deshalb kann ich mich voll und ganz auf das Seminar einlassen.

„Didaktik der Informatik“ – dieses Seminar hatte ich schon im dritten Semester belegt und nicht zuende gebracht, wegen Fehlzeiten und für mich selbst zu schlechten Leistungen. Herr Spannagel erlaubte mir, das Seminar zu wiederholen… welch ein Schlüsselmoment. Ich kam 5 Minuten verspätet in die Sitzung und war überwältigt. Die 8 Personen die da saßen waren mir sehr bekannt und ich mochte sie alle (IsLa wurde gleich adoptiert). Die Seminare bei Herrn Spannagel sind eh schon positiv belastet. Mit so einem Seminar schließt man gerne die Woche ab.

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kurze Schreibpause: Sandwürmchen-Spiel spielen (es ist Sonntag-Nachmittag und mein Sohn hat fieber)

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Wie sich die Aktivitäten rund um LdL und das Seminar entwickelt haben, so rasant so voller Feuer, so voller Motivation so hab auch ich mich mit dem Strom reißen lassen. Geistige Höchstleistungen, jagten organisatorische Streifzüge, viel Kommunikation mit sehr motivierten und interessierten Menschen. Es ist mal wieder die Zeit für Erkenntnisse. Wie sehr habe ich den Austausch vermisst, ob jetzt speziell über LdL, Neuronenmetaphern oder Meerschweinchen. Oder aber auch im privaten, wo es einen Menschen gibt, der sich ebenso sehr auf die Reisen begibt wie ich. Alles beflügelt zur Zeit…

Und das alles aufgrund eines Seminares, welches zwar interessant klingt- „Didaktik der Informatik“ – aber nicht weltbewegend scheint.

Meine persönlichen Höhepunkte aus den letzten 3 Wochen im Seminar:

  • Die aktive Beteiligung des Seminars an der LdL-Diskussion.
  • Das mitdiskutieren Externer auf unserem Wiki.
  • Der Überraschungsbesuch von Jean-Pol Martin.
  • Der Kontakt zu den Schülerinnen der 11c.
  • Die diversen Dikussionen im Netz

und was daraus geworden ist:

  • Motivation in allen Bereichen
  • Die Neuronen schlafen nicht mehr im Trott der vorlesungsfreien Zeit.
  • Der Wandel von der Antriebslosigkeit bis hin zu den Höhenflügen.
  • Das intensive Kennenlernen einer sehr wichtigen Person.
  • Die Verknüpfung von Theorie und Praxis – Wissenschaft und Unterricht.
  • Philosophien und Metaphern
  • und das wichtigste überhaupt: glückliche Mama = glückliche Kinder.🙂

Deswegen wird der Berg nicht kleiner, die Anforderungen nicht geringer, die Aufgaben nicht weniger, aber sie scheinen machbar und deshalb ein Dankeschön an all diejenigen, die sich die Zeit genommen haben etwas zu bewegen und noch viel bewegen werden.

Hochachtungsvoll

mel

7 thoughts on “Ein LdL 2.0-Flow – und seine individuellen Folgen

  1. Ich verfolge euer Seminar auch gerade mit einem halben Auge. Allerdings kann ich aufgrund meiner letzten Prüfung eurem Flow noch nicht so ganz folgen. Es ist zwar nicht so, dass die Prüfung meine ganze Zeit in Anspruch nimmt. Aber ich will bis dahin einfach einen klaren Kopf bewahren😉 Ich will aber sobald alles vorbei ist mich mit Ldl und eurem Seminar beschäftigen.

  2. Jaaa, genau – highwaystar, Sie müssen mitmachen!🙂

    @Melanie Gottschalk: Ich freue mich wirklich außerordentlich über Ihren Bericht. Es ist ein tolles Gefühl für einen Dozenten, wenn die Teilnehmer eines Seminars so motiviert sind! Ich bin so was von gespannt, wie es weiter geht! Und: Vielen Dank für Ihr hervorragendes Engagement!!

  3. Pingback: Seminare und der Rest der Welt III « chrisp’s virtual comments

  4. süß…ich bin noch nie adoptiert worden. =) *direkt meinen Eltern erzählen muss*😉

    zu deinem Artikel: JA! So muss es sein. Willkommen in deinem Studium. Das ist der Unterschied zwischen „nur hier studieren um möglichst schnell fertig zu werden“ und „wirklich studieren“ (studere = sich bemühen, sich widmen).
    Ersteres möchte ich keinesfalls als schlecht darstellen. Aber ein Studium kann sehr viel mehr sein, als das sich langweilen in Vorlesungen. (Etwas, das man an der PH leider nur allzu oft vergisst.)
    Deswegen sind diese „aha“ Erlebnisse auch so etwas besonderes. *immer darüber freu, dass auch andere Studis das ab und an haben*🙂

  5. @ Christian Spannagel: dankeschön🙂 Freut mich natürlich, wenn Sie meine Arbeit schätzen und evtl. den Wandel etwas nachvollziehen können.Und natürlich Danke für den Pingback.

    @Isa: ich nehme deinen Eltern bestimmt nichts weg😛 aber freu mich einfach, dass wir dich dabei haben, weil deine Beiträge eben oft konträr sind, oft noch andere Seiten beleuchten, das kann ja nur bereichern!
    Ich gehörte während meines ganzen Studiums zu den presenten und aktiven, nur bei der Wissenschaftlichkeit hapert es immer mal wieder. Sobald sich Theorie und Praxis so sinnvoll ergänzen, und das ist es in diesem Seminar was mich so motiviert, da macht es mir eben Spaß auch mal andere theoretische Ansätze zu beleuchten etc. Ich bin eine „Frau der Tat“ um es salopp zu sagen. Und das Studium ist für mich vielmehr Mittel zum Zweck. Ich möchte an die Front und das lieber Heute als Morgen.🙂 Ich nehme also aus den Seminaren mit was geht, aber nach 90 Minuten dauerreferieren vom Prof .. wird es eben langweilig. Mögen die Inhalte noch so wichtig sein… und von diesen Veranstaltungen gibt es nun wirklich noch viel zu viele.

  6. Ich kann Melanie nur zustimmen: es ist einfach schön ein Seminar zu haben, in das man sich mal wirklich einringen kann, in dem man nicht nur reproduziert.
    Wenn man, wie ich, eine volle Woche, Mo – Do 08.15 – 17.15 Vorlesungen, hat und es am Donnerstagabend schade findet, dass es Freitag nicht weitergeht, dann muss das Seminar wirklich gut sein.

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