Tiefgang zum Ursprung – oder die Erde ist rund!

Wenn man mich kennen lernt, dann weiß man ziemlich schnell, dass ich von oberflächlichen Gehabe nichts halte. Beschäftige ich mich bewusst mit einem Menschen oder mit mir, dann erfahre ich Tiefgang, der soviel mehr an Wert hat. Aus einer einfachen Unterhaltung heraus mit meiner Freundin haben wir versucht ein für uns plausibles Bild zu entwickeln, wie sich Wege zur Tiefe entwickeln können und wo die Grenzen zu sein scheinen.

Nehmen wir also das Bild der Erde. Die Oberfläche ist meist rauh und oft ein phänomenales Naturschauspiel. Die Struktur der Oberfläche zeigt das Sich-Präsentieren des Einzelnen. Treffen sich also zwei Individuen die ein potenzielles Interesse am Gegenüber haben so werden Wege geebnet in das Innere. Wieweit man sich dabei selbst Offenbart hängt unabdingbar mit den Kenntnissen zusammen, die man über sich selbst hat.  Da die Erde eine Kugel ist, gibt es keine vorgefertigten Routen, wie weit man von der Oberfläche entfernt ist und ob man sich nur parallel zum Umkreis befindet, das ist als solches nicht erfassbar. Dies ist das Bild der eigenen Selbstverständlichkeit. Das beinhaltet zum Beispiel auch, inwiefern ich mir selbst in manchen Bereichen etwas vormachen könnte.

Bewegen wir uns immer weiter zum Mittelpunkt, kommen wir dem wahren Tiefgang ziemlich nah. Wir gehen davon aus, dass es einen inneren Kern gibt, der nicht kognitiv und mental zu durchdringen sein wird, damit die Existenz des Einzelnen nicht bedroht wird.

Wie erfahre ich nun, wann ich wirklich und wahrhaftig am eigenen Kern, an der Basis meines Seins angekommen bin? Indem ich einen Schritt weiter gehe, mich überprüfe und reflektiere ob der eben dagewesene Zustand am Kern der Sache nicht plausibler ist. Bin ich mir nicht sicher, kann ich meinen Weg in eine beliebige Richtung fortsetzen.

Wie seht ihr denn das, erscheint euch dieses Bild plausibel? Kommentiert einfach🙂

Sinnierende Grüße, Mel

3 thoughts on “Tiefgang zum Ursprung – oder die Erde ist rund!

  1. Deine Methode würde man Hermeneutik nennen …

    Der tiefste Punkt ist übrigens immer dann erreicht, wenn man sich Neuem zuwendet, also eine neue Richtung einschlägt, von etwas Neuem überrascht wird oder dem Altem überdrüssig geworden ist. Manchmal kann man es auch daran merken, dass irgendwann die Sinkgeschwindigkeit abnimmt oder der Tiefenrausch beginnt (beim Tauchen fängt das meist ab 30m an). Gut dann, wenn das der Buddy merkt.

    Ansonsten gibt es noch ein Glückgefühl bzw. eine Sehnsucht, das/die man meist vergisst: wenn man aus der Tiefe hochschaut und es Tag ist, dann sieht man immer Helligkeit und das Glitzern der Sonne. In der Nacht wird man die Gerüche und die Geräusche der Oberfläche vermissen, und das wird einen an die Oberfläche erinnern, denn allein in der Tiefe hält man es meist nicht lange aus.

  2. Interessant an diesem Bild ist für mich die Frage nach der Ursprünglichkeit:

    Das Bild der Erde als solches ist durchaus geeignet, wenn man bedenkt, dass die Erde aus mehreren Schichten besteht: Verschiedenste Stein und Kalkschichten. Schaffe ich es mich „umzusehen“ in der Schicht, in der ich mich befinde und entdecke ich quasi meinen eigenen Tiefgang, dann sind das Bereiche, die ich vorher nicht kannte, weil sie von anderen Schichten verdeckt wurden.

    Dennoch komme ich meinem eigenen Kern immer näher, ich entdecke mich. Doch: Erkenne ich diese neuen Schichten als das, was mich ausmacht? Erkenne ich mich selbst in dem bisher verdeckten? Und will ich mich meinem eigenem Kern nähern?

    Und, wenn ich alle Schichten abgetragen habe, stehe ich dann meinem Selbst gegenüber? Wenn ja, habe ich dann meine Mitte gefunden?

    Wenn ja, bin ich dann ausgeglichen und ruhe in mir selbst?

  3. @itari
    Hermeneutik… soso🙂
    Ich stimme dir zu, vor allem in dem Punkt, dass es ohne Oberfläche keine Tiefe gäbe und auch Oberflächlichkeit seinen Sinn und Zweck hat. Negativ belegt habe ich das Gehabe. Auch diesen Aspekt könnte man weiter beleuchten.
    Ich kenne den Zustand im tiefsten Dunkel zu sein und sich nicht aus eigenem Antrieb heraus zum Licht zu wenden. Wenn man mit dem Rücken zur Sonne steht wirft das die Schatten voraus. Das faszinierende an der Tiefe ist, dass es eben Dinge offenbart, die beim oberflächlichen Daherwandern nie zutage gekommen wären.
    Gerade diesen Zeiten bin ich unendlich dankbar, weil sie den Blick auf das Wesentliche fördern und es irgendwie immer weitergeht. Deshalb habe ich aber noch kein Abo abgeschlossen mit der U-Boot-Flotte, weil: ich sehr glücklich damit bin, wie es gerade ist und wo die Survival-Tour hingeht.

    (Just for info, weil´s gerade passt.🙂 Auf meiner Heckscheibe steht ein Zitat, von Prof. Dr. Dr. Abdul Nachtigaller: „Wissen ist Nacht!“)

    @ekirlu
    Schön, dass du diesen Beitrag noch vertiefst und damit die individuellen Bedeutungen beleuchtest. Ich habe den Glauben und die Hoffnung daran, dass du dann deinem Selbst gegenüber stehen würdest und bei deinen Fähigkeiten als verkopfter und intelligenter Mensch auch in dir Selbst ruhen würdest. Der Weg dahin ist mit Sicherheit anstrengend, nicht immer lustig und Kräfte zehrend. Geht man diesen Weg trotzdem? Ist die Erkenntnis über sich selbst soviel Wert? Um es etwas provozierend zu sagen: Glücklich sind die, die die Tragweite nicht überschauen…

    weiter sinnierend… Mel

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