Social Web – Chance für die Gesellschaft?

Durch mein Lehramt-Studium im Fach Informatik (u.a.) und einem innovativen Mentor Dr. Christian Spannagel arbeite ich seit längerem an den Möglichkeiten von Web 2.0 in der Lehre. Aber wie kann das social Web die Welt verbessern?

Als aktives Produkt der Überlegungen ist die Maschendraht-Community entstanden. Hier wird fleißig diskutiert, sich arrangiert und mit Produktbeispielen transparent gemacht, was die Lehre 2.0 leisten kann. Auf das erste Problem stößt man unweigerlich, wenn klar ist, dass die Lehrer und Lehrerinnen(LuL) flächendeckend sich weniger auskennen im Social Web, als ihre eigenen Schülerinnen und Schüler (SuS). Eine der ersten didaktischen Überlegungen beinhaltet, dass man die SuS abholt, wo sie sich befinden. (Lernstand, Gegenwartsbezug etc.) Wenn man dies aber wörtlich nimmt, dann sind die Heranwachsenden vermehrt und fast selbstverständlich im Web zu finden. Wieso nutzen wir das nicht einfach aus? Die Frage ist leicht, vielen Lehrenden ist nicht bewusst welcher Mehrwert für die Inhalte durch das Web entsteht und wie sie das überhaupt erreichen können. Deshalb arbeiten wir aktuell an einem Maschendraht-Mentoren-System um den Neueinsteigern den Beginn einer für sie neuen Ära möglich zu machen.

Soweit so gut, wir sehen den Mehrwert, wir sehen die aktive Unterstützung der Neuen und wir sehen eine Chance für die Lehre 2.0.

Ein ganz anderer Aspekt schleicht sich mit dem Social Web ein, den ich hier näher beleuchten möchte:

Wieso ist das Social Web eine Chance für die Gesellschaft?

1. Durch das Social Web entsteht die Möglichkeit des Austauschs und des gemeinsamen Wissen konstruierens. Das Internet dient nicht länger nur als Informationsquelle, sondern wird aktiv gestaltet.

Beispiel: In der Md-C konstruieren wir permanent gemeinsames Wissen, dies stellt wiederum die Basis für vertiefende Überlegungen (Ldl, Vernetzung, Lehre, etc.).

2. Das social Web wirkt integrierend über alle Alterskohorten. Der Austausch zwischen jungen und älteren Semestern bildet eine Verknüpfung von Erfahrungen, Ideen und Innovationen. Gerade weil unsere Familienstrukturen häufig weggebrochen sind, ist der Austausch teilweise gar nicht mehr vorhanden – dazu gehört natürlich, dass sowohl die Einen, als auch  die Anderen sich gegenseitig respektieren und sich ernst nehmen.

Beispiel: In der Md-C haben wir eine Vernetzung von Menschen erreicht die als Vorbild dienen könnte. Schüler, Studenten, Dozenten, Lehrer, Professoren, Mittelständler, Bürger, Rentner etc. Die Verknüpfung von Erfahrungen mit den neuen Möglichkeiten ist unweigerlich ein Erfolgsrezept.

3. Das social Web vernetzt Menschen aus allen möglichen Bereichen. Interaktionen zwischen der Lehre, Forschung, Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Verbraucher etc. bildet so ein dynamisches Netz um (bessere) Produkte zu verwirklichen.

Beispiel: In der Md-C vernetzen sich nicht nur die Menschen aus der Lehre, sondern auch jene aus Wirtschaft und Interessierten. So entstehen Produkte die die Betriebsblindheit minimieren können.

Wenn die Gesellschaft nun also lernt, gemeinsam Ideen und Produkte zu entwickeln, sich gemeinsames Wissen anzueignen, wäre dies eine Möglichkeit einer neuronalen Vernetzung hin zu einem gemeinsamen Gesellschaftsgehirn, welches aktiv die Probleme der heutigen Zeit angehen könnte.

Soweit zu dem etwas naiven Bild welches gleichzeitig eine Idee zur Weltverbesserung darstellt. Aber wenn viele diesen Gedanken aufgreifen, dann können wir einiges bewegen.

2 thoughts on “Social Web – Chance für die Gesellschaft?

  1. Als naiv würde ich das nicht bezeichnen😉 Was ich zu bedenken gebe ist folgendes: Wir, die wir täglich im Netz unterwegs sind, privat, beruflich… und die gigantischen Möglichkeiten nicht nur wahrnehmen, sondern auch extrem davon profitieren – für uns ist klar: Das ist es!

    Nun gibt es aber sehr viele Menschen, für die ist das Internet immer noch das gute alte Internet. Ist doch auch schon mal etwas!
    Ich erlebe das tagtäglich in verschiedenen Bereichen und von daher ist es sehr wichtig diese Position zu verstehen, um die Leute nicht mit all den schönen Tools und Möglichkeiten abzuschrecken!Der Nutzen ist für viele einfach nicht so deutlich und klar zu erkennen, wie für uns.

    Selbst mir wird es manchmal zu viel, wenn permanent neue Tools und hier noch ein Avatar, da ein neues Socialnetwork und neue RSS usw.usf.

    Gerade im Kontext Schule sehe ich das auch: Natürlich sind viele Kids im Web unterwegs, aber wo denn? Der Spaß hört dann sehr schnell auf, wenn klar ist, dass hier auch nur gelernt werden muss. Bei SchülerVZ oder WOW kein Problem, da bleiben sie gerne für Stunden – aber ein Wiki aufsetzen zur französischen Revolution…Stöhn…

    FAZIT:
    Die Möglichkeiten sind wirklich gigantisch – aber wir sollten immer mal wieder daran denken, dass nicht alle und immer so begeistert sind wie wir. Das hilft enorm bei der Verbreitung des Web2.0 (Gedankens) und der Begeisterung von Menschen diese Idee mal auszuprobieren…

  2. leider kennen ich viel zu viele menschen (auch pädagogen), für die ist es nicht mal „das gute alte internet“ – sie verweigern jeden kontak zu digitalen geräten. und das internet im speziellen ist etwas grunsätzlich böses.
    für diejenigen, die aktuelle kulturtechniken beherschen sind tutor-systeme wie zb. in der maschendraht-community ideal. schließlich sind wir alle keine digital natives und bewegen uns auf neuem gebiet, v.a. wenn wir web 2.0 in der schule einsetzen. da braucht es vorher exemplarische beispiele, dazwischen guten zuspruch und danach die möglichkeit zur diskussion über das projekt.
    allgemein sehe ich im social web unglaubliche chancen – die im moment nur von einem kleinen teil der menschheit genutzt werden (können). daher ergeben sich in dem zusammenhang für mich zwei fragen: 1. braten wir im social web eigentlich immer im eigenen saft? schließlich sind alle mehr oder weniger web 2.0-erfahren und haben vermutlich ähnliche wertvorstellungen. 2. wie zeigt man einem „digital denier“ die möglichkeiten auf – ohne missionarisch (im schlimmsten sinn des wortes) zu wirken?

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