Kompetentes Nicht-Wissen: innovative Lernsysteme

Veränderung der Strukturen und Rahmenbedingungen im Bildungsbereich erforderlich!

Mit dieser Forderung gehe ich konform. Nur wie sollen die Lernsysteme gestaltet sein? Wie lassen sich die Erkenntnisse aus der Theorie übertragen in die Schulen von Heute?

Aktuell lese ich ein Fachbuch zu diesem Thema welches sich bewusst mit der betrieblichen Weiterbildung beschäftigt. Ich nehme ein Buch, das für die Wirtschaft geschrieben wurde um Parallelitäten und Dissonanzen festzustellen. Ich versuche den Blickwinkel auf die Schule zu übertragen. Vergleiche die Bedürfnisse und die institutionellen Bedingungen. Damit erreiche ich eine  Erkenntnisgewinnung aus einer etwas anders gelagerten Sparte die dennoch das gleiche Ziel haben: (lebenslanges) Lernen optimiert für unser Jahrhundert.  Eventuell kommen dadurch Ideen zustande, die sich wiederum auf meine eigene Lehre und auf das „Lehren und Lernen 2.0“ übertragen lassen…

Aktuell befinde ich mich im theoretischen Fundament des Buches, welches aber für mich die Grundlage darstellt, Argumentationen und fachlich richtige Erkenntnisse zu erwerben. Deshalb hier kleine erste Fundstücke und Aussagen aus der Wissenschaft.

Auszug aus „Innovative Lernsysteme – Kompetenzentwicklung mit Blended Learning und Social Software“ von Annette W. Kuhlmann und Werner Sauter

„Den Kern der Kompetenzen bilden Werte.

Werte ermöglichen ein Handeln unter der daraus resultierenden Unsicherheit. Sie überbrücken oder ersetzen fehlendes Wissen.

Werte können nicht in Seminaren oder über Bücher erworben werden. Es ist vielmehr ein Prozess der sogenannten emotionalen Labilisierung erforderlich (Erpenbeck, J. und Sauter, W. 2007). Darunter versteht man das Erleben und Bewältigen von Dissonanzen, also innerer Widersprüche, weil die vorliegenden Erfahrungen und Informationen zur persönlichen Einstellung bzw. zu getroffenen Entscheidungen im Widerspruch stehen. Solche Prozesse können nur in der Realität, nicht aber in Übungen und Fallstudien erlebt werden. Dies hat weitgehende Konsequenzen für die Gestaltung der Lernprozesse in Kompetenzentwicklungssystemen.

Die Integration von realen Problemstellungen aus der Praxis oder in Projekten ist der Schlüssel zu Lernprozessen, die tatsächlich individuelle Kompetenzentwicklung ermöglichen. Solche Lernprozesse basieren auf dem Austausch des Erfahrungswissens in den Netzwerken der Lerner. Lernen wird damit zu einem Prozess der Netzwerkbildung (vgl. Siemens, G. 2006). Dafür sind veränderte Strukturen und Rahmbedingungen erforderlich.“

Ich bin gespannt, welche Antworten das Buch liefert. Bisher klingt es sehr vielversprechend. Es ist interessant für mich, dass ich trotz fehlendem Wissens (theoretisches Grundgerüst) zu den gleichen und ähnlichen Erkenntnissen gelangt bin und viel wichtiger, mein Handeln nach eigenen Werten, Normen und Regeln ausgerichtet habe. Dazu schreibt H. Haken (2004):

„Kompetenzen ermöglichen es uns, auch dann zu handeln, wenn wir nur unvollkommenes oder gar kein Wissen haben.“ – Chapeau!

Lesende Grüße, Mel

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