Educamp ist… was du daraus machst!

Nun ist es vollbracht, das 10.Educamp wurde in Ilmenau bei strahlendem Sonnenschein abgehalten. Mehr Informationen zu Titeln, Thesen und Temperamenten findet ihr hier.

Wie war es denn nun? Für Daheimgebliebene ist der Twitterkanal ein wichtiges Instrument. Aber auch die weiterführende Berichterstattungen in den Blogs und im Forum als Stimmungsbarometer sind nicht zu unterschätzen. Potenzielle Leser sind Interessierte, die sich überlegen ob sie zum Educamp Hamburg 2013 kommen wollen und natürlich jene die das Wochenende in Thüringen erlebt haben.

Ich habe mich am Wochenende viel mit der Thematik beschäftigt wie das Educamp wahrgenommen wird und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

1. Erwartungen an das Educamp

Mitunter wurden Unkenrufe laut, dass sich die Edublase nur gegenseitig schön redet. Sich nur um sich selbst dreht und sich selbst thematisiert. Der Sessionplan war gut gefüllt, doch viele Themen wiederholen sich. Es fiel mir nicht schwer aus den Angeboten auszuwählen – im Gegenteil. Bei früheren Camps hatte man häufig die Qual der Wahl sich zwischen mehreren spannenden Themen entscheiden zu müssen. Im Gespräch mit anderen „alten Hasen“ kristallisierte sich ähnliches empfinden. Kurz darüber nachgedacht ist es das Prinzip der Logik. Wir lernen alle weiter, bewegen uns in verschiedene Richtungen und was vor 3 Jahren interessant war, hat sich subjektiv überholt. Was für die einen neu ist, entpuppt sich für andere als ein alter Hut. Akzeptiert und so hingenommen, so ist es und es benötigt keinen Bewertungsstempel.

2. Wahrnehmung des Educamps

Im Vorfeld kamen Bedenken auf, ob der alte Spirit sich neu entfachen würde. Nachzuhören im PodCast von @gibro und @schb. Ich selbst ging sehr neutral an die Veranstaltung ran. Den Fehler eine Erwartungshaltung mitzubringen hatte ich beim Educamp Hamburg 2010 gemacht und wurde nur durch meine eigene Einstellung enttäuscht. Ich hatte eine Vorstellung aus Ilmenau 2009 mitgebracht, die sich nicht wiederholen ließ und musste mir unbedingt an die eigene Nase fassen, warum ich so wenig Inspiration mitgenommen hatte. Diesen wollte ich nich wiederholen, weshalb ich sehr neutral und gelassen nach Thüringen fuhr. „Schauen wir mal…“ war die Devise. Freitag Abend ging es vor allem darum die alten Bekannten wiederzusehen, dafür ertrug ich sogar die Live-Jazz-Band.😉 Am Samstag hatte mich die lockere Barcampstimmung schon wieder gepackt. Ich war in tollen Sessions und tauschte mich mit vielen interessanten Menschen aus. Das Format ging auf. Während andere nun mehr Beobachter waren und sich fragten, ob sie für sich einen Mehrwert erkennen würden ohne wirklich Teilgeber zu sein. An dieser Stelle eine Bitte an alle die zu einem Educamp fahren wollen. Erwartet nichts und bringt euch massiv ein. Nur dann werdet ihr ein Teil sein und nur wer aktiv mitmacht wird sich auch wohlfühlen. Und ehrlich gesagt sind auch nur diese in der Lage ein Referenzwert für die Qualität eines Camps zu sein.

3. Wir sind Barcamp

Das Interesse an Educamps ist weiterhin ungebrochen. Schätzungen ergaben dass ungefähr 40 % der Teilgeber das erste Mal dabei waren. Eine Session für Newbies haben wir leider nicht angeboten. Dadurch wurden die Bar-Camp-Regeln häufig missachtet und führten zu Unstimmigkeiten im Ablauf. (Klare Notiz an die Orga HH: unbedingt eine Einführungssession auf den Plan bringen.) Wie auch Felix schon in seinem Blog anmerkte sind die Barcamp-Regeln für das weitere bestehen des Formats unbedingt einzuhalten.

Back to the roots…  into the learning future.

Das Orgateam um Marcel Kirchner hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und wirklich ein Lob verdient. Vielen Dank für soviel Engagement und Ehrgeiz ein solches Event auf die Beine zu stellen. Hut ab!

Dennoch wird es mir persönlich zu… ja, was überhaupt. Ich nenn es mal spießig. Ich erwarte von einem Educamp gar keine weißen Tischdecken und junge Studies die die Teller einsammeln. Mir würden auch Schnittchen ausreichen, Flaschenbier und damit eine lockere Atmosphäre. Zwischendurch fühlte ich mich deplatziert oder zumindest underdressed. Mir geht es um die Menschen und um die Inhalte. Der Rahmen könnte auch ein Edu-Sommerlager sein an einem See im Zelt mit Grill und Steckdosen.😉

Fazit:

Ich hatte ein wunderschönes Wochenende, viele spannende Sessions und konnte mich mit vielen Bekannten und Unbekannten austauschen. Damit ein Barcamp erfoglreich ist, muss jeder sich selbst einbringen und wer sich nur als Beobachter des Affenhauses etabliert, darf sich nicht darüber wundern, wenn er nicht ankommt.

Ich freu mich auf das Educamp 2013 in Hamburg. Kommt und bringt euch ein, damit es erfolgreich wird. Lasst die Erwartungshaltung zu Hause und bringt selbst die Qualität mit ein.

Educamp ist … was du draus machst!

Bis dahin,

melli

10 thoughts on “Educamp ist… was du daraus machst!

  1. Bei der Sichtung der Fotos ist mir auch das Wort „spießig“ durch den Kopf gegangen… Es liegt aber an uns, es anders zu machen.
    Vielleicht reichte es nicht aus, den Rahmen zu brechen, indem man sich Stühle holt…

  2. „Keine Erwartungen haben“. Ist notiert. …und so eine Session für Newbies hätte ich eeeeecht richtig gut gefunden. Bei @gibro habe ich jetzt erst gelesen, was überhaupt ein Barcamp ausmacht.

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