Jahresrückblick 2012: was habe ich gelernt? :)

Lebenslanges Lernen ist die Devise, oder? Nur, was lernt man eigentlich so in einem Jahr? Was ist relevantes Wissen, was ist unnütz? Zugegeben ein sehr persönlicher und individueller Prozess und damit für euch und mich ein Einblick in die Höhen und Tiefen die mir das Jahr 2012 durch eigenes Verhalten und Nicht-Verhalten eingebracht haben.

Januar: Vorsatz zu Silvester: „2012 muss sich was ändern und es wird ein gutes Jahr.“ Hartz4 ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Ganz zu schweigen davon, wieviele Ressourcen die Überlebenssorgen kosten. Das ist ein Fulltimejob! Das wünsche ich wirklich niemanden.

Februar: Der Mann an meiner Seite stellte sich als Blender raus. Was habe ich gelernt? Genau: Intelligenz und Lügen sind eine abgrundtief böse Kombination. Das hat mich hart getroffen und er flog in hohem Bogen aus unserer Gemeinschaft raus. Mein Vertrauen zu Menschen hat damit einen radikalen Knacks bekommen. Es hat gedauert, aber ich will dem komischen Volk der Menschen mit einem positiven Blick begegnen, etwas naiv, aber irgendwie stirbt die Hoffnung zuletzt weiter an das Gute zu Glauben.  Denn jeder Mensch ist doch irgendwie einzigartig und was ihn zu dem gemacht hat, was er war? Who knows…

März: Ohne Abschluß bist du in D nix wert. Also einschreiben für das Studium der Bildungswissenschaft an der Fernuni Hagen. Nachdem ich gelernt habe, dass die Uni Hamburg trotz meiner sehr guten Ausbildung für das Lehramt Realschule in Ludwigsburg (Baden Württemberg) nochmal 5 Jahre für ein schlechteres Lehramtstudium abverlangen würde. Ich strich die Segel, ich wußte, das war too much. Ich lasse mich jetzt nicht darüber aus, wie sinnlos manche Systeme für den Individualfall sind. Wie sagte Christian (seines Zeichens Prof an der PH Heidelberg) so schön: „hat das System da jemanden aussortiert, der eigentlich eine gute Lehrerin geworden wäre?“ Dafür danke ich ihm, das Ego war nur noch halb geknickt. Nun mussten Alternativen her. Das Seminar der Waldorfschulen in Hamburg bot mir an, meine Ausbildung in einem Jahr bei Ihnen zu beenden und als Waldorfklassenlehrerin zu unterrichten. Bei aller Fürsorge und Herzlichkeit die dort mitschwang, dort habe ich mich einfach nicht gesehen. Ich danke dem Leiter des Waldorfseminares trotzdem für sein Engagement. Es hat mir sehr geholfen.

April: 1. Semester Fernuni Hagen, ich war hochmotiviert und belegte in einem Semester drei Module (2 sind Standard für ein Vollzeitstudium). Über die Fernuni kam die Stellenausschreibung der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Uni Hamburg. Nach viel hin und her ob ich nicht zu überqualifiziert sei, nahmen die Verantwortlichen meine Expertise und mein Know-How gerne an. Für mich war es der Schritt zurück in die Berufswelt mit einer Teilzeitstelle als studentische Hilfskraft im E-Learning-Team.

Mai: Studium und Job, Kinder und der Weg zurück in die Social Media Welt aus der ich mich 2 Jahre ausgeklinkt hatte. Ich hatte nix zu berichten, nichts geleistet und war mit mir selbst höchst unzufrieden. Ohne positives Charma, wollte ich den Kontakten nicht gegenüber treten. Jaja, das liebe Ego und der Stolz einer geknickten Frau und Mutter. So langsam kroch ich wieder aus den tiefsten Tiefen hervor.

Juni – August: ich etablierte mich in der AWW und genoß die Freiheit meine Kreativität gewinnbringend für die AWW einzusetzen. Das stärkte mir den Rücken und der eigene Ehrgeiz erwachte zu neuem Leben. Dies fiel auch positiv auf die Kinder zurück und wir wurden alle etwas ruhiger, gelassener und souveräner. Als Vollzeitstudentin, Teilzeitarbeitskraft und engagierte Mutter raste die Zeit davon. Ein Tag darf ruhig mehr als 24 Stunden haben. Hinzukam in den Sommerferien, dass die Kinderbetreuung teurer war, als mein verdientes Geld in gleicher Zeit… optimal ist etwas anderes.

September: Die Klausuren der Fernuni standen an. 3 Modulprüfungen in Lübeck waren zu bestehen. Die Prüferinnen guckten mich ungläubig an, als sie das dritte Mal die Unterlagen aushändigten und ehrlich gesagt, war ich müde und völlig überarbeitet. Die hohen Ziele forderten ihren Tribut. Eine schöne Abwechslung war das Barcamp in Stuttgart. Ich hatte Jan Theofel näher kennengelernt im Laufe des Jahres und will ihn als Freund auch nicht mehr missen. Da er seit Jahren schon das Barcamp organisierte bin ich gerne dorthin gefahren. Es war das erste mal seit 2010 dass ich wieder schwäbische Klänge hörte, nachdem ich 2 Jahre vorher alle Zelte in Ludwigsburg abgebrochen hatte. Das Barcamp hatte für mich große Überraschungen parat, vor allem traf ich sehr viele Menschen die ich aus dem Netz seit 2008 kennengelernt hatte und traf neue tolle Menschen, mit denen ich auch heute noch einen gepflegten Umgang über die verschiedenen Netzwerke pflege.

Oktober: Das Educamp in Ilmenau schloß sich nahtlos an die positiven Erfahrungen mit den Menschen an. Viele neue und alte Gesichter die mich erfreuten und mit denen ich sehr gerne ein Wochenende verbracht habe. Grundtenor an meine Person: schön, dass du wieder da bist! Danke liebe Community, das bedeutet mir viel!Nach dem Barcamp in Stuttgart und der Vorabendparty von der Lightwerk GmbH reifte in mir ein Gedanke. Immernoch trotz Studium und Teilzeitstelle von Hartz4 leben zu müssen machte Sorgen, Nöte und verlangte von mir weiterhin sehr viel Kraft. Ich schrieb meine Bewerbung an die Firma Lightwerk.

November: 10 Wochen Korrekturzeit für drei Modulprüfungen sind eine lange Zeit. Um so näher der Zeitpunkt kam, dass die Ergebnisse veröffentlicht wurden, desto nervöser wurde ich. Würde jetzt mein neu erschaffenes Kartenhaus zusammen brechen? Hatte sich all der Aufwand und die Kraft gelohnt oder würde ich nur einen weiteren Beweis für meine Unzulänglichkeit im Studium als Feedback an meine Person breit machen? Wie die meisten wissen, feierte ich meinen innerlichen Reichsparteitag als die Ergebnisse kamen. Alle drei bestanden und die Feier ging bis morgens um vier. Meine Freunde hatten an mich geglaubt, nur ich schon lange nicht mehr. Als dann nach langem hin und her, Vorstellungsgespräch und Zusage zu dem neuen Job bei Lightwerk kamen, war es wie Weihnachten einen Monat vorgezogen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließ ich die AWW. Manchmal vermiss ich sie auch heute noch und sie mich auch. Und sie suchen wohl händeringend Ersatz für mich: O-Ton: „eine zweite Melanie können wir uns leider nicht schnitzen“. Das geht runter wie Öl!

Dezember: Die Einarbeitung in Stuttgart war eine große Herausforderung für mich. Die freie Wirtschaft tickt einfach anders und ich möchte dem Team in Stuttgart danken für so viel Herzlichkeit und Kompetenz die mir den Einstieg erleichterten. Nichts desto trotz ist der Druck der auf mir lastet extrem hoch und so ein neuer Standort hat viele spannende Komponenten. Da macht man sich kein Bild von, wenn man nicht drin steckt. Aber auch das werde ich mit aller Bauernschläue gut meistern. Ideen habe ich einige, mal sehen was 2013 bringt.

Fazit: bei allem was dieses Jahr so passiert ist, war immer wieder ich der Drahtzieher und inspiriert von guten Gesprächen mit meinen Freunden, Familie und Bekannten, Neerds, Geeks und und und. Mit allen Höhen und Tiefen war 2012 für mich eins der beeindruckensten Jahre, nicht zuletzt weil wir alle menschlich sind und damit das Leben liebenswert machen. Was mich vor allem im aktiven Leben gehalten hat, waren meine 2 Kinder, sie sind das wichtigste für mich und so tolle kleine Erdenbewohner, dass ich vor Stolz und Liebe platzen möchte. Ich danke euch beiden Räubern für soviel Liebe und „einfaches“ Sein an meiner Seite!

Ich danke allen Beteiligten für ein tolles Jahr 2012 und freue mich auf das Jahr 2013!

Lg, Melli

Social-Media-Bridges: Schnittstellen zwischen Barcamp und Educamp?

Auf dem Barcamp Stuttgart organisiert von @jantheofel hatte ich den Beschluß gefasst auch am Hamburger Barcamp teilzunehmen. Dazu schrieb ich im Nachgang des #bcs5:

„Bisher hatte ich an verschiedenen EduCamps teilgenommen und deshalb gar nicht in Betracht gezogen auch noch ein Barcamp zu besuchen. Dass ich da priorisierte ohne Ahnung zu haben ist mir nun auch bewußt geworden.  Der Austausch zwischen den IT-lern der Barcamps und den überwiegend pädagogischen Volk auf einem EduCamp sollte unbedingt weiter ausgebaut werden!  Nerdig sind ja eh die meisten und webaffin auch, sie sprechen nur nicht immer die gleiche Sprache.“

Ich finde den Ansatz immer noch lohnenswert aber habe auch gelernt, dass die Mauern viel Höher sind als geahnt. Nicht zuletzt liegt das auch an meiner Person. Leider hatte mich ein Virus erwischt der mich die Woche und am Wochenende böse geschwächt hat. Meine Session zur Bildung im 21.Jhdt. war für mich sehr gewinnbringend, auch wenn den Teilgebern nicht ganz klar wurde, worauf ich hinauswollte. Wir sprechen eben doch unterschiedliche Sprachen – und ich lerne viel dazu. Die Ideen hinter der Session waren imho gut, die Umsetzung eher miserabel. Dennoch möchte ich den Teilgebern danken, die sich wirklich Mühe gegeben haben meinen Fragen zu folgen. Eine kurze knappe Präsentation Bildung im 21. Jhdt. – Social Media Bridges hatte ich am Freitag Abend noch zusammengebaut, denn alle Sessions die ich besucht hatte waren grob vororganisiert. (Irritierend, aber ich fügte mich.) Auch der Time-Slot von nur 30 Minuten war gewöhnungsbedürftig. Für die meisten Sessions hat das gereicht, aber so verzichtete ich darauf eine kurze Vorstellungsrunde anzuschieben, mein Fail. Es wäre nicht nur für mich sinnvoll gewesen zu wissen mit wem man gerade in einem Raum sitzt. (Notiz an mich, egal wie kurz der Slot ist: erstmal ankommen.)

Immer wieder kam die Frage auf, was wir eigentlich erreichen wollen, wo die Unterstützung gut ist und welches Interesse die Educamper verfolgen. Dass wir eigentlich alle im selben Boot sitzen und gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen ist nur ein kleiner Samen, den es zu hegen und zu pflegen gilt.

Fazit: die Educamper sind nicht ausreichend organisiert um gemeinsame Ideologien im Bereich Bildung zu verfolgen. Sie sind Lonesome-Cowboys in einem kranken System. Die Fragen der Barcamper in meiner Session waren berechtigt. Wo wollt ihr hin, wo braucht ihr von der Wirtschaft Unterstützung? Starke Kritik kam auch, dass die EduBlase so sehr unter sich ist, dass Menschen von „außen“ nur schwer Zugang bekommen. Sind wir da einfach zu sehr schulterklopfend unterwegs? Ist das eigene Ego doch stärker als der gemeinsame Wunsch etwas zu bewegen? Gibt es diesen überhaupt, oder sind es nur einzelne „freie Radikale“ die irgendwie noch Hoffnung haben?

Ich finde die Frage nach wie vor wichtig: „Was wird von Schulabgängern erwartet, was müssen sie können?“ Und diese Frage lässt sich nur im gesellschaftlichen Miteinander erörtern. Treten wir in den Austausch und werkeln nicht nur im Kleinen herum. Wie das gehen kann? Vielleicht können wir auf dem Educamp 2013 in Hamburg gemeinsam aktiv werden, oder was meint ihr?

Nachdenkliche Grüße, melli

Educamp ist… was du daraus machst!

Nun ist es vollbracht, das 10.Educamp wurde in Ilmenau bei strahlendem Sonnenschein abgehalten. Mehr Informationen zu Titeln, Thesen und Temperamenten findet ihr hier.

Wie war es denn nun? Für Daheimgebliebene ist der Twitterkanal ein wichtiges Instrument. Aber auch die weiterführende Berichterstattungen in den Blogs und im Forum als Stimmungsbarometer sind nicht zu unterschätzen. Potenzielle Leser sind Interessierte, die sich überlegen ob sie zum Educamp Hamburg 2013 kommen wollen und natürlich jene die das Wochenende in Thüringen erlebt haben.

Ich habe mich am Wochenende viel mit der Thematik beschäftigt wie das Educamp wahrgenommen wird und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

1. Erwartungen an das Educamp

Mitunter wurden Unkenrufe laut, dass sich die Edublase nur gegenseitig schön redet. Sich nur um sich selbst dreht und sich selbst thematisiert. Der Sessionplan war gut gefüllt, doch viele Themen wiederholen sich. Es fiel mir nicht schwer aus den Angeboten auszuwählen – im Gegenteil. Bei früheren Camps hatte man häufig die Qual der Wahl sich zwischen mehreren spannenden Themen entscheiden zu müssen. Im Gespräch mit anderen „alten Hasen“ kristallisierte sich ähnliches empfinden. Kurz darüber nachgedacht ist es das Prinzip der Logik. Wir lernen alle weiter, bewegen uns in verschiedene Richtungen und was vor 3 Jahren interessant war, hat sich subjektiv überholt. Was für die einen neu ist, entpuppt sich für andere als ein alter Hut. Akzeptiert und so hingenommen, so ist es und es benötigt keinen Bewertungsstempel.

2. Wahrnehmung des Educamps

Im Vorfeld kamen Bedenken auf, ob der alte Spirit sich neu entfachen würde. Nachzuhören im PodCast von @gibro und @schb. Ich selbst ging sehr neutral an die Veranstaltung ran. Den Fehler eine Erwartungshaltung mitzubringen hatte ich beim Educamp Hamburg 2010 gemacht und wurde nur durch meine eigene Einstellung enttäuscht. Ich hatte eine Vorstellung aus Ilmenau 2009 mitgebracht, die sich nicht wiederholen ließ und musste mir unbedingt an die eigene Nase fassen, warum ich so wenig Inspiration mitgenommen hatte. Diesen wollte ich nich wiederholen, weshalb ich sehr neutral und gelassen nach Thüringen fuhr. „Schauen wir mal…“ war die Devise. Freitag Abend ging es vor allem darum die alten Bekannten wiederzusehen, dafür ertrug ich sogar die Live-Jazz-Band. 😉 Am Samstag hatte mich die lockere Barcampstimmung schon wieder gepackt. Ich war in tollen Sessions und tauschte mich mit vielen interessanten Menschen aus. Das Format ging auf. Während andere nun mehr Beobachter waren und sich fragten, ob sie für sich einen Mehrwert erkennen würden ohne wirklich Teilgeber zu sein. An dieser Stelle eine Bitte an alle die zu einem Educamp fahren wollen. Erwartet nichts und bringt euch massiv ein. Nur dann werdet ihr ein Teil sein und nur wer aktiv mitmacht wird sich auch wohlfühlen. Und ehrlich gesagt sind auch nur diese in der Lage ein Referenzwert für die Qualität eines Camps zu sein.

3. Wir sind Barcamp

Das Interesse an Educamps ist weiterhin ungebrochen. Schätzungen ergaben dass ungefähr 40 % der Teilgeber das erste Mal dabei waren. Eine Session für Newbies haben wir leider nicht angeboten. Dadurch wurden die Bar-Camp-Regeln häufig missachtet und führten zu Unstimmigkeiten im Ablauf. (Klare Notiz an die Orga HH: unbedingt eine Einführungssession auf den Plan bringen.) Wie auch Felix schon in seinem Blog anmerkte sind die Barcamp-Regeln für das weitere bestehen des Formats unbedingt einzuhalten.

Back to the roots…  into the learning future.

Das Orgateam um Marcel Kirchner hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und wirklich ein Lob verdient. Vielen Dank für soviel Engagement und Ehrgeiz ein solches Event auf die Beine zu stellen. Hut ab!

Dennoch wird es mir persönlich zu… ja, was überhaupt. Ich nenn es mal spießig. Ich erwarte von einem Educamp gar keine weißen Tischdecken und junge Studies die die Teller einsammeln. Mir würden auch Schnittchen ausreichen, Flaschenbier und damit eine lockere Atmosphäre. Zwischendurch fühlte ich mich deplatziert oder zumindest underdressed. Mir geht es um die Menschen und um die Inhalte. Der Rahmen könnte auch ein Edu-Sommerlager sein an einem See im Zelt mit Grill und Steckdosen. 😉

Fazit:

Ich hatte ein wunderschönes Wochenende, viele spannende Sessions und konnte mich mit vielen Bekannten und Unbekannten austauschen. Damit ein Barcamp erfoglreich ist, muss jeder sich selbst einbringen und wer sich nur als Beobachter des Affenhauses etabliert, darf sich nicht darüber wundern, wenn er nicht ankommt.

Ich freu mich auf das Educamp 2013 in Hamburg. Kommt und bringt euch ein, damit es erfolgreich wird. Lasst die Erwartungshaltung zu Hause und bringt selbst die Qualität mit ein.

Educamp ist … was du draus machst!

Bis dahin,

melli

Educamper meets Barcamp Stuttgart

meets

„Faszinierend“, würde Mr. Spock sagen und die Augenbraue hochziehen. Da prallen Welten aufeinander, oder doch nicht?
Seit Wochen schon war klar ich würde mir das Barcamp Stuttgart (#bcs5) nicht entgehen lassen. Ein Paar Hürden waren noch obligatorisch, denn es gibt ja kein einfach:

1.  würde das Kinderfrei-Wochenende  auch durchgeführt werden können?  Davon gibt es nur 1-2 im Jahr und es hängt immer von vielen Faktoren ab.

2.  Die Reise musste finanziert werden und das bei den Vorraussetzungen:  „Studienjahre sind keine Herrenjahre“ sagt der Di-Mi-Do-Prof mit erhobenem Zeigefinger.

3. Die Arbeit: die Bildungsmesse für Weiterbildung  in HH am Freitag und der Studierendenausschuss der Firma mussten auf mich verzichten (wollen).

4. Und die Menschen die es dann abschließend ermöglichten: meine Kinder (9 und 7 Jahre), meine Freundin Heidi  die sie betreut hat,  @jantheofel  für Orga, Kost und Logis, @balu für den Hinweg  und Marina für den Rückweg. *verneig*

Soweit der Plan, nachdem die  kurze  Wackelphase als Hürdenlauf definiert ebenfalls ins Ziel hechelte konnte doch das Barcamp Stuttgart beginnen.

Dabei  erwähnen möchte ich die Vorabendparty im Lightwerk! Stilvolles Ambiente, harmonisch abgestimmtes Licht  mit einem strahlendem Team – da möchte man ein Teil von sein. Zu dem  Abend kommen dann noch beeindruckende Persönlichkeiten (an dieser Stelle keine Namen, damit euer Ego nicht zu stark in den Vordergrund gerät), wundervolles Essen von  esskultur und die barcamptypische offene Atmosphäre. Vielen Dank.

Bisher hatte ich an verschiedenen EduCamps teilgenommen und deshalb gar nicht in Betracht gezogen auch noch ein Barcamp zu besuchen. Dass ich

da priorisierte ohne Ahnung zu haben ist mir nun auch bewußt geworden.  Der Austausch zwischen den IT-lern der Barcamps und den überwiegend pädagogischen Volk auf einem EduCamp sollte unbedingt weiter ausgebaut werden!  Nerdig sind ja eh die meisten und webaffin auch, sie sprechen nur nicht immer die gleiche Sprache.

Und genau da könnten wir ansetzen. Ich habe am Wochenende einige (vor allem technische) Aspekte im Bereich Datenschutz/Sicherheit, Scanthe.net, Zertifikate, Google+, IBM-Connect, Monitoring (spannend!), Wexelwirken und vieles anderes  genauer betrachten können und bin schon traurig, dass man nicht immer an allen Sessions teilnehmen kann, die einen interessieren. Die Foyergespräche waren wie immer die Sahne die es abzuschöpfen galt, vertiefende Gespräche in kleineren Gruppen zu spezifischen Themen. Nach so einem Tag bin ich ganz schön geschafft aber zufrieden. Zum Wolfen hat es dann für mich nicht mehr gereicht, ich war zu müde. So ein Battle der Glaubwürdigkeit im wachen Zustand ist schon sexy. Dafür schien es für viele das erklärte Ziel zu sein @oliverg aus dem Rennen zu schmeißen und sich somit eine Trophäe um den Hals zu hängen. Die @zauberfrau wurde vorsorglich entfernt, sie war die 2 Runden vorher zu stark. Sehr faszinierend zu beobachten, welche zwischenmenschlichen Prozesse ein einfaches Spiel hervorrufen kann. Vor allem wenn die Teilnehmer den Kopf auf dem Hals benutzen können oder es zumindest versuchen zu später Stunde.

Was können EduCamper und Barcamper voneinander lernen und miteinander in Bewegung setzen?  Verzeiht mir meine Ideologie, aber Bildung geht uns alle an. Und wer sollte Sie verbessern, verändern, erweiter, vertiefen, erleben, ermöglichen, wenn nicht wir? Anders formuliert: ihr IT-ler habt die Lösungen, wir Pädagogen das Klientel von  Heute und Morgen. Arbeiten wir gemeinsam an den Aufgaben von Morgen! Um am Ende doch pathetisch zu sein: habt ihr euch die Kinder in der Kinderbetreuung vor Augen geführt?  Für jedes Einzelne lohnt es sich abseits von Profit und Gier Verknüpfungen zu spinnen zwischen den durchaus spleenigen It-lern und den Omg-Pädagogen. 😉

Last but not least möchte ich Jan für die gelungene Organisation danken , seine Energie und sein Idealismus machen das Barcamp Stuttgart vorrangig möglich. Außerdem ein großes Danke an die Sponsoren!

Kleines Feedback zum Rahmen:

1. Schmarotzertum ist unangebracht… wer immer als erstes am Buffet steht hat kein Interesse an den Themen? Nur mal so frag…

2. Die angemeldeten Teilnehmer die nicht erschienen sind, haben über Monate Plätze besetzt und sich trotz dreimaliger Erinnerung via Mail nicht dazu herablassen können den „nehme nicht teil“-Knopf zu drücken. #unnötig

3. Das Vinum-Catering zu teuer, zu unflexibel zu .. disqualified

4. Die Kinderbetreuuung ist topp, wenn im nächsten Jahr wieder so viele Kleine da sind, braucht es 2 BetreuerInnen. 🙂

5. Das Literaturhaus ist eine tolle Location, vielen Dank an die MFG.

Soweit mein erster Verarbeitungsschritt zu einem tollen Barcamp Stuttgart. Als nächstes geht es zum Educamp in Ilmenau (18-21.10) und zum Barcamp Hamburg (2.-3. 11)

In der Hoffnung, dass die Rückreise vom Educamp in Ilmenau nicht genauso lange dauert.  190 Minuten Verspätung war selbst für die Deutsche Bahn viel. Dafür aber Fahrpreisreduce und Taxi nach Hause.

Danke an alle Teilnehmer, Sponsoren, Freunde, Bekannte und neue Gesichter für ein schönes WE. Es war faszinierend die Menschen hinter den Nicks zu treffen, die man bald seit mehr als 4 Jahren in der Timeline hat.

Melli

Blogger-Aktion bei Jans Küchenleben: große Grillstyle.de Verlosung

Blogger-Grill-Aktion

Riechst du das? Da grillt doch wer. Und schon weißt du, der Sonnenschein und das Sommerfeeling gehören irgendwie eingefangen. Gerade in diesem Jahr war der Sommer ungünstig gelegen für uns Hamburger. Deshalb jetzt für uns die Gelegenheit vllt. den Spätsommer und den goldenen Herbst evtl. mit einem Grill von Weber ausklingen zu lassen?

Jans Küchenleben und grillstyle.de haben eine Blogger-Aktion gestartet, die auch heute ihren Abschluss findet!

Und weil ich einen eigenen Grill sexy finde, würde sich der Smokey Mountain Cooker 57cm richtig gut auf dem Balkon machen, oder? 🙂

Soll es mal wieder schnell gehen, regnen oder einfach flexibel im Auto  transportiert werden? Dann würden wir uns über den Gasgrill Q200 freuen. Wer verlässt sich schon gern auf das Wetter? Und Wettermeckerer sind sich selbst Lebenszeitberauber.

Also, drückt uns die Daumen für ein Stück Sommer-Revival!

Liebe Grüße, Melli

PS. Darf ich mir den Grillmeister auch aussuchen, Jan? Prima, wann hast du Zeit? :)))

Edu-Camps als Alternative?

Nach dem Educamp in Hamburg und den Nachbereitungen der Blogosphäre ist ein Tweet von Michael Wald @filterraum bei mir haften geblieben.

Sollte es ein neues Format geben, in dem sich eine Bottom-Up-Riege austauschen kann? @cspannagel formulierte das als „Arsch hoch!“ – ich bin dafür.

Ich versuche jetzt mal die Komplexität zu reduzieren indem wir das Szenario verändern. Nehmen wir mal an, wir säßen in einem Tipi, der Raum ist demzufolge Rund, alle sitzen auf gleicher Höhe, Kerzenlicht bietet gerade soviel Licht um Mimik und Gestik zu erkennen, das Gesagte jedoch tritt in den Vordergrund. Bedeutungsschwangere Präsentationen werden von eigenen Statements abgelöst,wesentliche Aspekte erhalten den nötigen Raum. Was meint man mit „Bildung“? Sprechen wir vom gleichen? usw.

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus sind Themenlager höchst produktiv und lassen uns alle mal wieder den Boden spüren. Weniger die Karriere oder der Einzelne tritt in den Vordergrund, sondern mehr die Gemeinschaft die Antworten sucht und erarbeitet für ein evtl. besseres Bildungssystem? Die alten Paradigmen von innen heraus aufbrechen?

Mir ist bewußt, dass es paradox ist gerade eine Social-Web-Medien-Bildungscommunity (Strom, W-Lan, Twitter, PowerPoint etc.) auf ein Zeltlager zu schicken… aber vielleicht birgt gerade so ein Format die Möglichkeit für Konsensentwicklung, mannigfaltige Diskurse und neue Ideen für  eine Verbesserung von Lehre und Lernen im digitalen Zeitalter.

Warum komme ich zu diesen Überlegungen? aus vorangegangenen Educamps sind verschiedene Projekte hervorgegangen, die auf Grund von Netzwerken weit verbreitet werden konnten z.B.: Neuron, Md-C, Bildungsexpedition, WeBenin und einige mehr – Aufbruchstimmung versus Stagnation. Ich fühle mich einfach mit dem vorhandenen Format gelähmt, wie eine Punktlandung ohne nennenswerte Emergenzen.

In diesem Sinne,

Mel

Ps: nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Die Orga war Klasse, viele tolle Menschen, guter Austausch – für mich hat sich Hamburg gelohnt. Mir ist es einfach nicht zielgerichtet genug, wenn man bedenkt wieviele Ressourcen zur Verfügung stehen.

Open Space unterm Regenbogen

Die PH-Ludwigsburg ist seit dem Frühjahr 2009 auf dem Weg ein neues Leitbild zu erstellen. Den genauen Projektablaufplan könnte man hier abrufen. Unter vielen verschiedenen Menüpunkten wurde ein „Open Space“-Tag veranstaltet. Leider finde ich das Common-Craft-Video von Michael Krüger gerade nicht, welches erklärt, wie so ein Open-Space abläuft.

Ich hatte mich sowohl bei der Auftaktveranstaltung als auch in der Onlinediskussion schon beteiligt. Privat bin ich selbst gern auf Open-Space-Veranstaltungen unterwegs, weil dort für mich sehr viel Potenzial umher geistert. Alles in allem war der Tag wohl gelungen und es gäbe nichts hinzuzufügen… wenn uns da nicht ein Appel für ein Ei verkauft worden wäre.

Was ist Open Space?

Da die Moderatoren selbst die Definitionen der Wikipedia genutzt haben, werde ich gleiches tun.

Open Space (englisch für „geöffneter, offener oder auch weiter Raum“) oder Open Space Technology ist eine Methode zur Strukturierung von Besprechungen und Konferenzen. Sie eignet sich für Gruppen von etwa 12 bis 2000 Teilnehmern. Charakteristisch ist die inhaltliche und formale Offenheit: die Teilnehmer geben eigene Themen ins Plenum und gestalten dazu je eine Arbeitsgruppe. In dieser werden mögliche Projekte erarbeitet. Die Ergebnisse werden am Schluss gesammelt. Wichtig ist, wenn der Open Space in geschlossenen Organisationen stattfindet, dass eine die Umsetzung von entstehenden Projektideen fördernde Infrastruktur bereitgestellt wird, denn Open Space kann in kurzer Zeit eine große Vielfalt von konkreten Maßnahmen produzieren.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space)

Nach einer langen Einführung der Gesetzmäßigkeiten, wie die Veranstaltung verlaufen sollte, begannen die Vorstellungen der einzelnen Themen. Hier ein großes Lob an Michael Krüger, der die räumliche Einteilung und vieles, vieles mehr auf die Beine gestellt hat.

Was mich aber zu diesem Eintrag bewegt ist die Art und Weise wie für die Sicherheit der Workshop-Angebote gesorgt wurde. Die Institute waren angehalten Themen zu stellen. Vereinzelte Dozenten überlegten am Tag vorher noch, welches Thema sie wohl pflichtbewußt diskutieren lassen sollten. In meinen Augen das typische Sicherheitsdenken, welches der Qualität so einer Veranstaltung maßgeblich nachteilig ist. Denn im Grunde ist die gesamte Orga der Raumverteilungen und Themenstellung in die Produktionszeit gefallen – die eh schon feststanden. Open Space soll motivieren, Gleichgesinnte zusammenbringen, neue Ideen pflanzen und für den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen einer Organisation sorgen. Dafür müssen die Themensteller aber schon mit Herzblut ihr Thema begleiten – Pflichten sind in diesem Kontext  ein No-Go. Hinzu kommen Profilierungen um sich abzuheben von anderen Instituten. „Wir vom Institut XY haben …“. Ein Open-Space ist dafür da, Grenzen zu übertreten, über den Tellerrand hinweg zu sehen, gemeinschaftlich kontrovers zu diskutieren, nicht um einzelne glänzen zu lassen.

Aufgrund dieser Tatsachen frage ich mich, ob die Firma Vis!on Bonn selbst einmal die Dynamik erlebt hat, die ein Open-Space mit sich bringen kann? Nichts für Ungut, es geht hier nicht um persönliches, sondern dient einzig und allein als Feedback zur Umsetzung von Open-Space. Ein anderer Mensch mag dieses anders sehen. Ich bin ein Neuron und  halte es wie Prof. Jean-Pol Martin, der den Mensch als Ressource ansieht der sich selbst nicht so wichtig nimmt und dabei Gedanken abfeuert.  Wer weiß, bei wem sie landen?

Ein zweiter Faux-Pas ist im Umgang mit den neuen Medien passiert. Wenn ich eine Innovation einsetze, dann nicht um der Innovation willen, sondern wegen des Mehrwerts. Die Veranstaltung wurde mit Twitter „begleitet“. Twitter ist ein Echtzeit-Sprachrohr, welches zum Einen dafür genutzt werden kann, Menschen von außen mit einzubeziehen und zum Anderen für eine Vernetzung der Teilnehmenden selbst. Thesen und Ergebnisse verschiedenster Workshops können gezwitschert werden. Kommentare der Antwortenden können wiederum in die aktuelle Diskussion einfließen etc. Es bedarf keiner weiteren Nachfrage, dass die Inhalte eines Tweets eben auch realistisch sind.

Erster Tweet: Start der 1. Workshop-Session! (von @change61 10:00 Uhr – so stand es wohl im Programm.)

Reply:  aber nur theoretisch, denn noch werden weitere Themen vorgestellt. (von @vrenchen 10:26 Uhr)

Reply: start der Session? ein Bot der Dokumentiert ist Kajütenliteratur 😦 #phl09 immernoch Vorstellungen der Themen (von @melgottschalk 10:26 Uhr)

Die Twitterwall tat ihr übriges, fünf oder sechs Tweets waren sichtbar.  In verschiedenen Räumen waren Rechner die für Twitter genutzt werden konnten. Nachteil dabei: alle twitterten über den selben Account. Auf Reply brauchte man in diesem Kontext auch nicht gehen. Produktiven Diskursen wurde damit der Raum genommen.

Und auch hier wieder die Frage an @change61, wofür wurde Twitter eingesetzt? Welche Ziele wurden damit verfolgt? Wurde der größtmögliche Nutzen daraus gezogen?

Meine Vorschläge für das nächste Mal:

Keine Pflichten anknüpfen an Open-Space! Evtl. ist das Angebot dann nicht so breit gefächert, aber die Ausbeute ist intrinsisch motivierter und führt zu mehr Qualität.

Werkzeuge des Web 2.0 nur einsetzen, wenn es einen Nutzen hat. Nicht das Werkzeug ist Aushängeschild einer guten Veranstaltung, sondern die Inhalte, die es transportiert.

Keinen Bot einsetzen für ein Echtzeittool, das schädigt die Glaubwürdigkeit.

Fazit:

Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil mehrfach die Nachfrage kam, warum ich und einige andere mit der Veranstaltung nicht ganz zufrieden waren. Hier nun mein subjektives Bild, welches natürlich auch im Austausch mit anderen Studierenden entstanden ist. Die Entwicklung des Leitbildprozesses kostet extrem viel Geld, dafür erwarte ich einfach Qualität und keine Kopien. Eventuell sind meine Erwartungen zu hoch. Eventuell gehöre ich nur einen ganz kleinen Gruppe an, die es anders sieht. Aber dafür nutze ich eben meinen Blog. Bitte fühlt euch frei, auf diesen Beitrag zu antworten. Fühlt euch frei Gegenteiliges zu sagen. Geht mit mir in einen Diskurs… hier geht es in keinster Weise darum den Veranstaltern etwas nachzusagen, sondern darum Open-Space und Twitter nicht misszuverstehen. Die Assoziation zum Bild der PH mit dem Regenbogen überlasse ich gediegen euch. 😉

In diesem Sinne, Mel