LdL-Blogparade

Auf dieser Seite geht es rund um das Thema „Lernen durch Lehren“ (LdL) basierend auf dem Konzept von Jean-Pol Martin. Angeregt wurde ich durch die LdL-BlogParade, eine Initiative der Maschendraht-Community. Die Ziele der BlogParade werden hier verdeutlicht.

Die folgenden Themen sind in Bearbeitung und werden so nach und nach hier veröffentlicht. Ziel ist es eine Art Gesamtpaket zu erstellen, das es hoffentlich deutlich macht, welche Philosophie hinter „LdL“ steckt und welcher Mehrwert damit an unsere Schülerinnen und Schüler herangetragen wird. Außerdem beschreibe ich hier ebenso meine Visionen welche Anforderungen die Lehre hat, damit die Menschen der Zukunft, unsere Kinder, im 21. Jahrhundert eine gute Basis erhalten um dem individuellen Leben gewachsen zu sein.

Die Themen werden sein:

  1. LdL als Unterrichtsphilosophie
  2. Grundlegende Änderung der Kompetenzprofile – das 21. Jahrhundert
  3. Impulse für Lernende
  4. Welche Voraussetzungen gelten für den Unterricht? Rahmen, Strukturen, Konsequenzen
  5. Feedback-Kultur auf dem Vormarsch.
  6. Lehrerrolle neu definieren!
  7. Muster aufbrechen – Grenzen entdecken.
  8. LdL ist anstrengend – Energieverschwendung?
  9. Fazit

2. Grundlegende Änderung der Kompetenzprofile – das 21. Jahrhundert

In der heutigen Zeit gilt es den Umgang mit Informationen neu zu erlernen. In der Vergangenheit war Wissen gleichgesetzt mit dem Grad der Bildung. Der der wusste, konnte sich selbst helfen und fand sich häufig in Führungsebenen wieder. Nun sind Informationen für jeden zugänglich und sie kommen in Massen. Es gilt ein Prinzip zu finden mit der Fülle umzugehen und die relevanten Teilaspekte herauszuarbeiten. Und dafür brauchen die Schülerinnen und Schüler (SuS) effiziente schnelle Strategien um Informationen brechen zu können.

Bei LdL setzen sich die Heranwachsenden mit der Menge an Informationen auseinander und, das ist der entscheidende Aspekt, arbeiten diese so auf, dass ein kollektives Wissen in der Klasse erzeugt werden kann.

Als Beispiel:

Die SuS bearbeiten ein Thema anhand des Materials von der Lehrperson und füllen dieses mit eigenen Quellen bei Bedarf oder Motivation auf. Mit diesem Material gilt es nicht nur die wichtigsten Aspekte zu erkennen, sondern diese auch so aufzuarbeiten, dass die Inhalte allen Anwesenden klar werden.

Eine schwierige aber lohnende Aufgabe und eine wichtige Funktion im Bezug auf die Informationsvielfalt unseres Jahrhunderts.

4. Welche Voraussetzungen gelten für den Unterricht? Rahmen, Strukturen, Konsequenzen

Die höchste Priorität gilt dem Rahmen. Ohne diesen kann LdL nicht funktionieren.

Die SuS brauchen einen adäquaten Rahmen in dem sie sich sicher fühlen und sich trauen im Lernprozess auch Fehler zu machen. In der bisherigen Betrachtung und der Reflektion über Schule stand und steht im Vordergrund die Leistung und das Punkte sammeln. Schauen wir uns unsere kognitiven Strukturen an, ist Lernen ein Prozess, der nicht auf Knopfdruck passiert, sondern auf Erkenntnissen, Erfahrungen und Entwicklungen beruht. Ich muss also auch einen gedanklichen Irrweg betreten dürfen ohne dafür bewertet zu werden. Ohne die Angst haben zu müssen, dass sich dieses negativ auf mein Profil und meine Noten auswirkt. Das A und O bei LdL ist es also als Lehrer oder Lehrerin einen Rahmen zu schaffen, der Sicherheit und Freiheit zugleich bietet. Um dieses zu erreichen braucht man im Klassenraum eine regelrecht disziplinierte und konzentrierte Atmosphäre die mit Bedingungen und Konsequenzen verknüpft ist. Das bietet Sicherheit und den Raum für Entwicklungen.

6. Lehrerrolle neu definieren!

Aus aktuellem Anlass, weil sich in dem Blog von Christian eine rege Diskussion zu dem Thema entwickelt hat, stelle ich hier dar, wie die Rolle des Lehrers im Bezug auf „LdL“ zu sehen ist.

Der Lehrende ist sowohl für den Rahmen als auch für alles andere verantwortlich. Insoweit stellt das keinen Unterschied zu den bisherigen Unterrichtsmodellen dar. Doch die Gewichtungen verlagern sich. Es gilt, nicht mehr die Inhalte zu transportieren, sondern die gemeinsame Wissenskonstruktion der SuS in den Vordergrund zu stellen. Hierbei kommt dem Lehrenden die Aufgabe zu, sehr empathisch und aufmerksam auf die verschiedenen gruppendynamischen Prozesse einzugehen. Das klingt theoretisch ganz einfach, ist es aber nicht. Wir betrachten sowohl die Gruppe als auch den einzelnen Schüler. Versuchen herauszufinden, welche Stärken und Schwächen in jedem Einzelnen sind und welche Fähigkeiten der Gruppe dienlich sind. So profitieren alle von den Kompetenzen des Einzelnen. Diese zu erkennen, zu fordern und zu fördern erfordert ein hohes Maß an Disziplin, Aufmerksamkeit und vor allem Empathie. Wichtig ist, ein authentisches Verhalten von allen Seiten. Dieses fördert zutage, was sonst im Schulalltag leider untergeht. Meine Beschreibung könnte jetzt vermitteln, dass wir keine Lehrer sondern Personaltrainer / Coaches benötigen. Dem ist natürlich nicht so. Oberste Priorität haben die Inhalte und deshalb muss ein Lehrer sowohl die Rolle des Coaches, als auch seinem Fachwissen permanent gerecht werden und bei Bedarf, nicht nur den Einzelnen stützen, sondern auch die Inhalte aktiv tiefer treiben.

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