Educamp ist… was du daraus machst!

Nun ist es vollbracht, das 10.Educamp wurde in Ilmenau bei strahlendem Sonnenschein abgehalten. Mehr Informationen zu Titeln, Thesen und Temperamenten findet ihr hier.

Wie war es denn nun? Für Daheimgebliebene ist der Twitterkanal ein wichtiges Instrument. Aber auch die weiterführende Berichterstattungen in den Blogs und im Forum als Stimmungsbarometer sind nicht zu unterschätzen. Potenzielle Leser sind Interessierte, die sich überlegen ob sie zum Educamp Hamburg 2013 kommen wollen und natürlich jene die das Wochenende in Thüringen erlebt haben.

Ich habe mich am Wochenende viel mit der Thematik beschäftigt wie das Educamp wahrgenommen wird und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

1. Erwartungen an das Educamp

Mitunter wurden Unkenrufe laut, dass sich die Edublase nur gegenseitig schön redet. Sich nur um sich selbst dreht und sich selbst thematisiert. Der Sessionplan war gut gefüllt, doch viele Themen wiederholen sich. Es fiel mir nicht schwer aus den Angeboten auszuwählen – im Gegenteil. Bei früheren Camps hatte man häufig die Qual der Wahl sich zwischen mehreren spannenden Themen entscheiden zu müssen. Im Gespräch mit anderen „alten Hasen“ kristallisierte sich ähnliches empfinden. Kurz darüber nachgedacht ist es das Prinzip der Logik. Wir lernen alle weiter, bewegen uns in verschiedene Richtungen und was vor 3 Jahren interessant war, hat sich subjektiv überholt. Was für die einen neu ist, entpuppt sich für andere als ein alter Hut. Akzeptiert und so hingenommen, so ist es und es benötigt keinen Bewertungsstempel.

2. Wahrnehmung des Educamps

Im Vorfeld kamen Bedenken auf, ob der alte Spirit sich neu entfachen würde. Nachzuhören im PodCast von @gibro und @schb. Ich selbst ging sehr neutral an die Veranstaltung ran. Den Fehler eine Erwartungshaltung mitzubringen hatte ich beim Educamp Hamburg 2010 gemacht und wurde nur durch meine eigene Einstellung enttäuscht. Ich hatte eine Vorstellung aus Ilmenau 2009 mitgebracht, die sich nicht wiederholen ließ und musste mir unbedingt an die eigene Nase fassen, warum ich so wenig Inspiration mitgenommen hatte. Diesen wollte ich nich wiederholen, weshalb ich sehr neutral und gelassen nach Thüringen fuhr. „Schauen wir mal…“ war die Devise. Freitag Abend ging es vor allem darum die alten Bekannten wiederzusehen, dafür ertrug ich sogar die Live-Jazz-Band. 😉 Am Samstag hatte mich die lockere Barcampstimmung schon wieder gepackt. Ich war in tollen Sessions und tauschte mich mit vielen interessanten Menschen aus. Das Format ging auf. Während andere nun mehr Beobachter waren und sich fragten, ob sie für sich einen Mehrwert erkennen würden ohne wirklich Teilgeber zu sein. An dieser Stelle eine Bitte an alle die zu einem Educamp fahren wollen. Erwartet nichts und bringt euch massiv ein. Nur dann werdet ihr ein Teil sein und nur wer aktiv mitmacht wird sich auch wohlfühlen. Und ehrlich gesagt sind auch nur diese in der Lage ein Referenzwert für die Qualität eines Camps zu sein.

3. Wir sind Barcamp

Das Interesse an Educamps ist weiterhin ungebrochen. Schätzungen ergaben dass ungefähr 40 % der Teilgeber das erste Mal dabei waren. Eine Session für Newbies haben wir leider nicht angeboten. Dadurch wurden die Bar-Camp-Regeln häufig missachtet und führten zu Unstimmigkeiten im Ablauf. (Klare Notiz an die Orga HH: unbedingt eine Einführungssession auf den Plan bringen.) Wie auch Felix schon in seinem Blog anmerkte sind die Barcamp-Regeln für das weitere bestehen des Formats unbedingt einzuhalten.

Back to the roots…  into the learning future.

Das Orgateam um Marcel Kirchner hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und wirklich ein Lob verdient. Vielen Dank für soviel Engagement und Ehrgeiz ein solches Event auf die Beine zu stellen. Hut ab!

Dennoch wird es mir persönlich zu… ja, was überhaupt. Ich nenn es mal spießig. Ich erwarte von einem Educamp gar keine weißen Tischdecken und junge Studies die die Teller einsammeln. Mir würden auch Schnittchen ausreichen, Flaschenbier und damit eine lockere Atmosphäre. Zwischendurch fühlte ich mich deplatziert oder zumindest underdressed. Mir geht es um die Menschen und um die Inhalte. Der Rahmen könnte auch ein Edu-Sommerlager sein an einem See im Zelt mit Grill und Steckdosen. 😉

Fazit:

Ich hatte ein wunderschönes Wochenende, viele spannende Sessions und konnte mich mit vielen Bekannten und Unbekannten austauschen. Damit ein Barcamp erfoglreich ist, muss jeder sich selbst einbringen und wer sich nur als Beobachter des Affenhauses etabliert, darf sich nicht darüber wundern, wenn er nicht ankommt.

Ich freu mich auf das Educamp 2013 in Hamburg. Kommt und bringt euch ein, damit es erfolgreich wird. Lasst die Erwartungshaltung zu Hause und bringt selbst die Qualität mit ein.

Educamp ist … was du draus machst!

Bis dahin,

melli

Educamper meets Barcamp Stuttgart

meets

„Faszinierend“, würde Mr. Spock sagen und die Augenbraue hochziehen. Da prallen Welten aufeinander, oder doch nicht?
Seit Wochen schon war klar ich würde mir das Barcamp Stuttgart (#bcs5) nicht entgehen lassen. Ein Paar Hürden waren noch obligatorisch, denn es gibt ja kein einfach:

1.  würde das Kinderfrei-Wochenende  auch durchgeführt werden können?  Davon gibt es nur 1-2 im Jahr und es hängt immer von vielen Faktoren ab.

2.  Die Reise musste finanziert werden und das bei den Vorraussetzungen:  „Studienjahre sind keine Herrenjahre“ sagt der Di-Mi-Do-Prof mit erhobenem Zeigefinger.

3. Die Arbeit: die Bildungsmesse für Weiterbildung  in HH am Freitag und der Studierendenausschuss der Firma mussten auf mich verzichten (wollen).

4. Und die Menschen die es dann abschließend ermöglichten: meine Kinder (9 und 7 Jahre), meine Freundin Heidi  die sie betreut hat,  @jantheofel  für Orga, Kost und Logis, @balu für den Hinweg  und Marina für den Rückweg. *verneig*

Soweit der Plan, nachdem die  kurze  Wackelphase als Hürdenlauf definiert ebenfalls ins Ziel hechelte konnte doch das Barcamp Stuttgart beginnen.

Dabei  erwähnen möchte ich die Vorabendparty im Lightwerk! Stilvolles Ambiente, harmonisch abgestimmtes Licht  mit einem strahlendem Team – da möchte man ein Teil von sein. Zu dem  Abend kommen dann noch beeindruckende Persönlichkeiten (an dieser Stelle keine Namen, damit euer Ego nicht zu stark in den Vordergrund gerät), wundervolles Essen von  esskultur und die barcamptypische offene Atmosphäre. Vielen Dank.

Bisher hatte ich an verschiedenen EduCamps teilgenommen und deshalb gar nicht in Betracht gezogen auch noch ein Barcamp zu besuchen. Dass ich

da priorisierte ohne Ahnung zu haben ist mir nun auch bewußt geworden.  Der Austausch zwischen den IT-lern der Barcamps und den überwiegend pädagogischen Volk auf einem EduCamp sollte unbedingt weiter ausgebaut werden!  Nerdig sind ja eh die meisten und webaffin auch, sie sprechen nur nicht immer die gleiche Sprache.

Und genau da könnten wir ansetzen. Ich habe am Wochenende einige (vor allem technische) Aspekte im Bereich Datenschutz/Sicherheit, Scanthe.net, Zertifikate, Google+, IBM-Connect, Monitoring (spannend!), Wexelwirken und vieles anderes  genauer betrachten können und bin schon traurig, dass man nicht immer an allen Sessions teilnehmen kann, die einen interessieren. Die Foyergespräche waren wie immer die Sahne die es abzuschöpfen galt, vertiefende Gespräche in kleineren Gruppen zu spezifischen Themen. Nach so einem Tag bin ich ganz schön geschafft aber zufrieden. Zum Wolfen hat es dann für mich nicht mehr gereicht, ich war zu müde. So ein Battle der Glaubwürdigkeit im wachen Zustand ist schon sexy. Dafür schien es für viele das erklärte Ziel zu sein @oliverg aus dem Rennen zu schmeißen und sich somit eine Trophäe um den Hals zu hängen. Die @zauberfrau wurde vorsorglich entfernt, sie war die 2 Runden vorher zu stark. Sehr faszinierend zu beobachten, welche zwischenmenschlichen Prozesse ein einfaches Spiel hervorrufen kann. Vor allem wenn die Teilnehmer den Kopf auf dem Hals benutzen können oder es zumindest versuchen zu später Stunde.

Was können EduCamper und Barcamper voneinander lernen und miteinander in Bewegung setzen?  Verzeiht mir meine Ideologie, aber Bildung geht uns alle an. Und wer sollte Sie verbessern, verändern, erweiter, vertiefen, erleben, ermöglichen, wenn nicht wir? Anders formuliert: ihr IT-ler habt die Lösungen, wir Pädagogen das Klientel von  Heute und Morgen. Arbeiten wir gemeinsam an den Aufgaben von Morgen! Um am Ende doch pathetisch zu sein: habt ihr euch die Kinder in der Kinderbetreuung vor Augen geführt?  Für jedes Einzelne lohnt es sich abseits von Profit und Gier Verknüpfungen zu spinnen zwischen den durchaus spleenigen It-lern und den Omg-Pädagogen. 😉

Last but not least möchte ich Jan für die gelungene Organisation danken , seine Energie und sein Idealismus machen das Barcamp Stuttgart vorrangig möglich. Außerdem ein großes Danke an die Sponsoren!

Kleines Feedback zum Rahmen:

1. Schmarotzertum ist unangebracht… wer immer als erstes am Buffet steht hat kein Interesse an den Themen? Nur mal so frag…

2. Die angemeldeten Teilnehmer die nicht erschienen sind, haben über Monate Plätze besetzt und sich trotz dreimaliger Erinnerung via Mail nicht dazu herablassen können den „nehme nicht teil“-Knopf zu drücken. #unnötig

3. Das Vinum-Catering zu teuer, zu unflexibel zu .. disqualified

4. Die Kinderbetreuuung ist topp, wenn im nächsten Jahr wieder so viele Kleine da sind, braucht es 2 BetreuerInnen. 🙂

5. Das Literaturhaus ist eine tolle Location, vielen Dank an die MFG.

Soweit mein erster Verarbeitungsschritt zu einem tollen Barcamp Stuttgart. Als nächstes geht es zum Educamp in Ilmenau (18-21.10) und zum Barcamp Hamburg (2.-3. 11)

In der Hoffnung, dass die Rückreise vom Educamp in Ilmenau nicht genauso lange dauert.  190 Minuten Verspätung war selbst für die Deutsche Bahn viel. Dafür aber Fahrpreisreduce und Taxi nach Hause.

Danke an alle Teilnehmer, Sponsoren, Freunde, Bekannte und neue Gesichter für ein schönes WE. Es war faszinierend die Menschen hinter den Nicks zu treffen, die man bald seit mehr als 4 Jahren in der Timeline hat.

Melli

Blogger-Aktion bei Jans Küchenleben: große Grillstyle.de Verlosung

Blogger-Grill-Aktion

Riechst du das? Da grillt doch wer. Und schon weißt du, der Sonnenschein und das Sommerfeeling gehören irgendwie eingefangen. Gerade in diesem Jahr war der Sommer ungünstig gelegen für uns Hamburger. Deshalb jetzt für uns die Gelegenheit vllt. den Spätsommer und den goldenen Herbst evtl. mit einem Grill von Weber ausklingen zu lassen?

Jans Küchenleben und grillstyle.de haben eine Blogger-Aktion gestartet, die auch heute ihren Abschluss findet!

Und weil ich einen eigenen Grill sexy finde, würde sich der Smokey Mountain Cooker 57cm richtig gut auf dem Balkon machen, oder? 🙂

Soll es mal wieder schnell gehen, regnen oder einfach flexibel im Auto  transportiert werden? Dann würden wir uns über den Gasgrill Q200 freuen. Wer verlässt sich schon gern auf das Wetter? Und Wettermeckerer sind sich selbst Lebenszeitberauber.

Also, drückt uns die Daumen für ein Stück Sommer-Revival!

Liebe Grüße, Melli

PS. Darf ich mir den Grillmeister auch aussuchen, Jan? Prima, wann hast du Zeit? :)))

Zurück zu den Anfängen

Durch die rauhen Anfänge, zu den Sternen. – Per aspera ad astra.

Dieser Blogtitel ist und war nie passender, nie scheinender, nicht presenter als in dieser Zeit.

Dies ist mein erster Blogartikel seit März 2010, zwei Jahre in denen soviel Veränderung und Stillstand gleichzeitig stabil und instabil meine Wege bestimmten. Seit April diesen Jahres bin ich zurück aus dem durchaus lethargischen Element des Seins. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Phönix dieses Mal nicht die Kraft besitzen würde wieder aufzusteigen. Sein Gesicht ist mir nicht unbekannt und würde er mich verhöhnen, würde er sagen: ach nee, du schon wieder… Aber diese menschlichen Makel des negativen Feedbacks kennt er nicht, hab ich ein Glück. So ist er mir doch irgendwie zwar nicht monogam aber treu.

Nun ist er da – ein bisschen gebrandmarkt, ein wenig lediert aber kraftvoll. Er scheint niemals aufzugeben. Und ich? ich bin die Ruhe selbst – lebendig, spürbar und gelassen.

Danke.

Alkoholverkaufsverbot Baden-Württemberg

Warum erzieh ich meine Kinder zu mündigen Bürgern, wenn sich das Land Baden-Württemberg doch anmaßt zu wissen was gut ist…

Eigentlich dürfte ich nicht einmal verwundert sein, wenn man die Mentalität auf diesem kleinen Fleckchen Erde betrachtet, egal ob Schwaben oder Badener. Im Grunde betrifft es mich nicht einmal, dennoch ist mir bei dieser Art von Politik echt mulmig:

„In Baden-Württemberg darf ab März 2010 nachts von 22.00 bis 5.00 Uhr außerhalb von Gaststätten kein Alkohol mehr verkauft werden. Das Verkaufsverbot, das in dem baden-württembergischen Ladenöffnungsgesetz enthalten ist, soll alkoholbedingten Straftaten und Ordnungsstörungen im öffentlichen Raum entgegenwirken. Betroffen von dem Verkaufsverbot sind Ladengeschäfte aller Art, aber auch Tankstellen, sonstige Verkaufsstände oder Kioske.“ (Quelle: http://www.anwalt.de/rechtstipps/baden-wuerttemberg-naechtliches-alkoholverkaufsverbot-tritt-in-kraft_007844.html)

Was mich stört:

1. Laut Jugendschutzgesetz dürfen Menschen unter 18 unter Absprache mit den Eltern den Ausgang regeln, Alkoholische Getränke ab 16 konsumiert werden und ab 18 kommen die Spirituosen hinzu. Bis 24 Uhr leert sich die Rofa (Rockfabrik), wer ist also betroffen von dem Verbot?

2. Unsere Gesetze und Richtlinien sind eine Bibliothek mit 7 Siegeln. Wahrscheinlich könnte man die Autobahnen damit pflastern…

3. Ein weiterer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte! – imho –

4. Evtl. sollten unsere Politiker in Sachen Statistiken und Soziologie eine Fortbildung besuchen und weniger auf die Lobbyisten hören.

5. Ordnung, Ordnung, Ordnung … ach ja – öffentliche Ärgernisse. Wenn sonst nichts mehr interessant ist, dann muss man eben jammern und meckern über alles. Sonst hat das Leben ja keinen Sinn.

6. Problemlösekompetenz – gehen wir also davon aus, dass wir ein Problem mit den nächtlichen Alkoholkonsumierern haben. Ob da ein Gesetz dieser Art hilft, wage ich zu bezweifeln. Es wirkt ein wenig wie das Stopp-Schild von Zensursula. Die die sich Nachts auf den Straßen besaufen wollen, werden Lösungen und Wege finden. Wen betrifft also dieses Gesetz?

Das Land selbst schneidet sich ins eigene Fleisch, steuerliche Einnahmenreduzierung gewürzt mit Einnahmeneinbußen in der angeschlagenen Wirtschaft. Bingo! Wir gesetzestieren uns selbst Bankrott. 🙂 Naja, vielleicht hilft dem Land da ja der Bußgeldkatalog.

Edu-Camps als Alternative?

Nach dem Educamp in Hamburg und den Nachbereitungen der Blogosphäre ist ein Tweet von Michael Wald @filterraum bei mir haften geblieben.

Sollte es ein neues Format geben, in dem sich eine Bottom-Up-Riege austauschen kann? @cspannagel formulierte das als „Arsch hoch!“ – ich bin dafür.

Ich versuche jetzt mal die Komplexität zu reduzieren indem wir das Szenario verändern. Nehmen wir mal an, wir säßen in einem Tipi, der Raum ist demzufolge Rund, alle sitzen auf gleicher Höhe, Kerzenlicht bietet gerade soviel Licht um Mimik und Gestik zu erkennen, das Gesagte jedoch tritt in den Vordergrund. Bedeutungsschwangere Präsentationen werden von eigenen Statements abgelöst,wesentliche Aspekte erhalten den nötigen Raum. Was meint man mit „Bildung“? Sprechen wir vom gleichen? usw.

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus sind Themenlager höchst produktiv und lassen uns alle mal wieder den Boden spüren. Weniger die Karriere oder der Einzelne tritt in den Vordergrund, sondern mehr die Gemeinschaft die Antworten sucht und erarbeitet für ein evtl. besseres Bildungssystem? Die alten Paradigmen von innen heraus aufbrechen?

Mir ist bewußt, dass es paradox ist gerade eine Social-Web-Medien-Bildungscommunity (Strom, W-Lan, Twitter, PowerPoint etc.) auf ein Zeltlager zu schicken… aber vielleicht birgt gerade so ein Format die Möglichkeit für Konsensentwicklung, mannigfaltige Diskurse und neue Ideen für  eine Verbesserung von Lehre und Lernen im digitalen Zeitalter.

Warum komme ich zu diesen Überlegungen? aus vorangegangenen Educamps sind verschiedene Projekte hervorgegangen, die auf Grund von Netzwerken weit verbreitet werden konnten z.B.: Neuron, Md-C, Bildungsexpedition, WeBenin und einige mehr – Aufbruchstimmung versus Stagnation. Ich fühle mich einfach mit dem vorhandenen Format gelähmt, wie eine Punktlandung ohne nennenswerte Emergenzen.

In diesem Sinne,

Mel

Ps: nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Die Orga war Klasse, viele tolle Menschen, guter Austausch – für mich hat sich Hamburg gelohnt. Mir ist es einfach nicht zielgerichtet genug, wenn man bedenkt wieviele Ressourcen zur Verfügung stehen.

Open Space unterm Regenbogen

Die PH-Ludwigsburg ist seit dem Frühjahr 2009 auf dem Weg ein neues Leitbild zu erstellen. Den genauen Projektablaufplan könnte man hier abrufen. Unter vielen verschiedenen Menüpunkten wurde ein „Open Space“-Tag veranstaltet. Leider finde ich das Common-Craft-Video von Michael Krüger gerade nicht, welches erklärt, wie so ein Open-Space abläuft.

Ich hatte mich sowohl bei der Auftaktveranstaltung als auch in der Onlinediskussion schon beteiligt. Privat bin ich selbst gern auf Open-Space-Veranstaltungen unterwegs, weil dort für mich sehr viel Potenzial umher geistert. Alles in allem war der Tag wohl gelungen und es gäbe nichts hinzuzufügen… wenn uns da nicht ein Appel für ein Ei verkauft worden wäre.

Was ist Open Space?

Da die Moderatoren selbst die Definitionen der Wikipedia genutzt haben, werde ich gleiches tun.

Open Space (englisch für „geöffneter, offener oder auch weiter Raum“) oder Open Space Technology ist eine Methode zur Strukturierung von Besprechungen und Konferenzen. Sie eignet sich für Gruppen von etwa 12 bis 2000 Teilnehmern. Charakteristisch ist die inhaltliche und formale Offenheit: die Teilnehmer geben eigene Themen ins Plenum und gestalten dazu je eine Arbeitsgruppe. In dieser werden mögliche Projekte erarbeitet. Die Ergebnisse werden am Schluss gesammelt. Wichtig ist, wenn der Open Space in geschlossenen Organisationen stattfindet, dass eine die Umsetzung von entstehenden Projektideen fördernde Infrastruktur bereitgestellt wird, denn Open Space kann in kurzer Zeit eine große Vielfalt von konkreten Maßnahmen produzieren.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space)

Nach einer langen Einführung der Gesetzmäßigkeiten, wie die Veranstaltung verlaufen sollte, begannen die Vorstellungen der einzelnen Themen. Hier ein großes Lob an Michael Krüger, der die räumliche Einteilung und vieles, vieles mehr auf die Beine gestellt hat.

Was mich aber zu diesem Eintrag bewegt ist die Art und Weise wie für die Sicherheit der Workshop-Angebote gesorgt wurde. Die Institute waren angehalten Themen zu stellen. Vereinzelte Dozenten überlegten am Tag vorher noch, welches Thema sie wohl pflichtbewußt diskutieren lassen sollten. In meinen Augen das typische Sicherheitsdenken, welches der Qualität so einer Veranstaltung maßgeblich nachteilig ist. Denn im Grunde ist die gesamte Orga der Raumverteilungen und Themenstellung in die Produktionszeit gefallen – die eh schon feststanden. Open Space soll motivieren, Gleichgesinnte zusammenbringen, neue Ideen pflanzen und für den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen einer Organisation sorgen. Dafür müssen die Themensteller aber schon mit Herzblut ihr Thema begleiten – Pflichten sind in diesem Kontext  ein No-Go. Hinzu kommen Profilierungen um sich abzuheben von anderen Instituten. „Wir vom Institut XY haben …“. Ein Open-Space ist dafür da, Grenzen zu übertreten, über den Tellerrand hinweg zu sehen, gemeinschaftlich kontrovers zu diskutieren, nicht um einzelne glänzen zu lassen.

Aufgrund dieser Tatsachen frage ich mich, ob die Firma Vis!on Bonn selbst einmal die Dynamik erlebt hat, die ein Open-Space mit sich bringen kann? Nichts für Ungut, es geht hier nicht um persönliches, sondern dient einzig und allein als Feedback zur Umsetzung von Open-Space. Ein anderer Mensch mag dieses anders sehen. Ich bin ein Neuron und  halte es wie Prof. Jean-Pol Martin, der den Mensch als Ressource ansieht der sich selbst nicht so wichtig nimmt und dabei Gedanken abfeuert.  Wer weiß, bei wem sie landen?

Ein zweiter Faux-Pas ist im Umgang mit den neuen Medien passiert. Wenn ich eine Innovation einsetze, dann nicht um der Innovation willen, sondern wegen des Mehrwerts. Die Veranstaltung wurde mit Twitter „begleitet“. Twitter ist ein Echtzeit-Sprachrohr, welches zum Einen dafür genutzt werden kann, Menschen von außen mit einzubeziehen und zum Anderen für eine Vernetzung der Teilnehmenden selbst. Thesen und Ergebnisse verschiedenster Workshops können gezwitschert werden. Kommentare der Antwortenden können wiederum in die aktuelle Diskussion einfließen etc. Es bedarf keiner weiteren Nachfrage, dass die Inhalte eines Tweets eben auch realistisch sind.

Erster Tweet: Start der 1. Workshop-Session! (von @change61 10:00 Uhr – so stand es wohl im Programm.)

Reply:  aber nur theoretisch, denn noch werden weitere Themen vorgestellt. (von @vrenchen 10:26 Uhr)

Reply: start der Session? ein Bot der Dokumentiert ist Kajütenliteratur 😦 #phl09 immernoch Vorstellungen der Themen (von @melgottschalk 10:26 Uhr)

Die Twitterwall tat ihr übriges, fünf oder sechs Tweets waren sichtbar.  In verschiedenen Räumen waren Rechner die für Twitter genutzt werden konnten. Nachteil dabei: alle twitterten über den selben Account. Auf Reply brauchte man in diesem Kontext auch nicht gehen. Produktiven Diskursen wurde damit der Raum genommen.

Und auch hier wieder die Frage an @change61, wofür wurde Twitter eingesetzt? Welche Ziele wurden damit verfolgt? Wurde der größtmögliche Nutzen daraus gezogen?

Meine Vorschläge für das nächste Mal:

Keine Pflichten anknüpfen an Open-Space! Evtl. ist das Angebot dann nicht so breit gefächert, aber die Ausbeute ist intrinsisch motivierter und führt zu mehr Qualität.

Werkzeuge des Web 2.0 nur einsetzen, wenn es einen Nutzen hat. Nicht das Werkzeug ist Aushängeschild einer guten Veranstaltung, sondern die Inhalte, die es transportiert.

Keinen Bot einsetzen für ein Echtzeittool, das schädigt die Glaubwürdigkeit.

Fazit:

Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil mehrfach die Nachfrage kam, warum ich und einige andere mit der Veranstaltung nicht ganz zufrieden waren. Hier nun mein subjektives Bild, welches natürlich auch im Austausch mit anderen Studierenden entstanden ist. Die Entwicklung des Leitbildprozesses kostet extrem viel Geld, dafür erwarte ich einfach Qualität und keine Kopien. Eventuell sind meine Erwartungen zu hoch. Eventuell gehöre ich nur einen ganz kleinen Gruppe an, die es anders sieht. Aber dafür nutze ich eben meinen Blog. Bitte fühlt euch frei, auf diesen Beitrag zu antworten. Fühlt euch frei Gegenteiliges zu sagen. Geht mit mir in einen Diskurs… hier geht es in keinster Weise darum den Veranstaltern etwas nachzusagen, sondern darum Open-Space und Twitter nicht misszuverstehen. Die Assoziation zum Bild der PH mit dem Regenbogen überlasse ich gediegen euch. 😉

In diesem Sinne, Mel