Inwieweit entscheidet Herkunft den Grad der Bildung?

Mich beschäftigt zur Zeit die Frage wie sich Herkunft mit Bildung individuell auswirkt. Damit meine ich nicht die Bildungschancen, dafür gibt es ausreichend viele Studien. Vielmehr der Blickwinkel, wie sich das Individuum unter den Voraussetzungen der Herkunft entwickelt.

Auf mich selbst reflektiert habe ich festgestellt, dass mein Anspruch an mich zwar hoch ist, aber bei weitem nicht die Leistungen der anderen entsprechen, die sich völlig normal in diesem Bereich bewegen. Ich kann den gleichen Anspruch an mich haben, oder einen höheren und trotzdem ist das Resultat nur befriedigend. Anders formuliert, gerate ich an meine Grenzen, wo andere sich noch völlig normal bewegen können.
Ich habe heute schon viel mehr erreicht, als jemals in meiner Familie erreicht wurde… deshalb entsteht irgendwie ein Grundeinstellung zu „du bist schon ein guter Krümel„. Aber jemand der mit anderen Vorbildern aufgewachsen ist, der hat das Bewusstsein für seine Ziele ganz anders entwickelt. Ich komme zu dem Schluss, das Ehrgeiz nicht gleich Ehrgeiz ist, das Anspruch und Leistung nur individuell bewertbar sind, dass jeder irgendwann irgendwie an seine Grenzen stößt, der eine Früher der andere Später.

Ich bin Realist und wie schon erwähnt ein Arbeitstier. Es gibt Bereiche, die ich sehr gut kann und andere die mir sehr schwer fallen. Das sind alles keine neuen Erkenntnisse. Nur in wie weit lassen sich Einstellung und Verhalten im Bezug auf die eigenen Grenzen reflektieren. Könnte ich mehr, wenn ich loslasse von Herkunft und Grundvoraussetzung? Gilt es sich damit abzufinden, einfach noch mehr Investieren zu müssen als jene in deren Dunstkreis ich mich bewege?  und mich zusätzlich damit abzufinden, das das dann womöglich immernoch nicht reicht? Ist das nicht das Rezept zum Unglücklichsein auf lange Sicht?

grübelnde Grüße

mel