Edu-Camps als Alternative?

Nach dem Educamp in Hamburg und den Nachbereitungen der Blogosphäre ist ein Tweet von Michael Wald @filterraum bei mir haften geblieben.

Sollte es ein neues Format geben, in dem sich eine Bottom-Up-Riege austauschen kann? @cspannagel formulierte das als „Arsch hoch!“ – ich bin dafür.

Ich versuche jetzt mal die Komplexität zu reduzieren indem wir das Szenario verändern. Nehmen wir mal an, wir säßen in einem Tipi, der Raum ist demzufolge Rund, alle sitzen auf gleicher Höhe, Kerzenlicht bietet gerade soviel Licht um Mimik und Gestik zu erkennen, das Gesagte jedoch tritt in den Vordergrund. Bedeutungsschwangere Präsentationen werden von eigenen Statements abgelöst,wesentliche Aspekte erhalten den nötigen Raum. Was meint man mit „Bildung“? Sprechen wir vom gleichen? usw.

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus sind Themenlager höchst produktiv und lassen uns alle mal wieder den Boden spüren. Weniger die Karriere oder der Einzelne tritt in den Vordergrund, sondern mehr die Gemeinschaft die Antworten sucht und erarbeitet für ein evtl. besseres Bildungssystem? Die alten Paradigmen von innen heraus aufbrechen?

Mir ist bewußt, dass es paradox ist gerade eine Social-Web-Medien-Bildungscommunity (Strom, W-Lan, Twitter, PowerPoint etc.) auf ein Zeltlager zu schicken… aber vielleicht birgt gerade so ein Format die Möglichkeit für Konsensentwicklung, mannigfaltige Diskurse und neue Ideen für  eine Verbesserung von Lehre und Lernen im digitalen Zeitalter.

Warum komme ich zu diesen Überlegungen? aus vorangegangenen Educamps sind verschiedene Projekte hervorgegangen, die auf Grund von Netzwerken weit verbreitet werden konnten z.B.: Neuron, Md-C, Bildungsexpedition, WeBenin und einige mehr – Aufbruchstimmung versus Stagnation. Ich fühle mich einfach mit dem vorhandenen Format gelähmt, wie eine Punktlandung ohne nennenswerte Emergenzen.

In diesem Sinne,

Mel

Ps: nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Die Orga war Klasse, viele tolle Menschen, guter Austausch – für mich hat sich Hamburg gelohnt. Mir ist es einfach nicht zielgerichtet genug, wenn man bedenkt wieviele Ressourcen zur Verfügung stehen.

5 thoughts on “Edu-Camps als Alternative?

  1. Pingback: Helge Städtler » Blog Archiv » Hamburg 2010: Die große Freiheit… ver(w)irrt! - Thetawelle

  2. Ich verstehe durchaus was du meinst. Auf den früheren Educamps sind für uns (und das ist wohl der Punkt) viele Projekte entstanden. Es kann aber sein, dass auch in Hamburg dies für viele Teilnehmer der Fall ist. Für mich wäre ein Zeltlager, oder ein Treffen in dieser Form doch etwas entfernt von meinen Lebensformen (auch altersbedingt):-))

  3. Lieber Jean-Pol,

    ich überdenke auch schon darüber nach, wie wir das Ganze Seniorenfreundlich hinbekommen. Die Eisschollen in HH waren es ja auch nicht.😉

    Lieber Helge,
    Walk your talk-Sessions oder Arbeitspensum-Educamps… genügend Schönwettersegler unterwegs😉
    Vielen Dank für den Input-Austausch!

  4. Die Idee mit dem Zeltlager finde ich witzig – obwohl ich zelten HASSE.

    Ach so: „Arsch hoch“ für „bottom up“ stammt nicht von mir – das hab ich in Twitter aufgeschnappt (und vergessen, von wem es stammt)

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